KI-basierte Einkaufsagenten
Automatisiertes Einkaufen ist Frage der Generation
- Bisher will eine Mehrheit den Warenkorb beim Online-Einkauf noch selbst befüllen und das nicht der KI überlassen. (Symbolbild)
- Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
- hochgeladen von Arthur Kreklau
BERLIN (dpa/ak) – Künstliche Intelligenz wird den Alltag vieler Menschen verändern, auch beim Einkaufen. Doch während Unternehmen längst an digitalen Einkaufsassistenten arbeiten, begegnet ein Großteil der Verbraucher dieser Entwicklung mit Zurückhaltung. Das zeigt eine aktuelle Befragung des Instituts Insa im Auftrag des Zahlungsdienstleisters Unzer, für die im Januar 1.004 Menschen ab 18 Jahren interviewt wurden.
Nach den Ergebnissen halten es 54 Prozent der Befragten für eher oder sehr unwahrscheinlich, künftig selbst KI-basierte Einkaufsagenten zu nutzen. Nur 37 Prozent können sich das vorstellen, während 9 Prozent unentschlossen blieben oder keine Angabe machten. Die Skepsis richtet sich vor allem gegen die Vorstellung, dass eine KI nicht nur Produkte vorschlägt, sondern auch Bestellungen ausführt und Zahlungen tätigt. Zwar wäre ein letzter Bestätigungsklick weiterhin nötig, doch 64 Prozent wollen die Kontrolle über jeden einzelnen Schritt des Einkaufsprozesses behalten.
Die sogenannte agentische KI gilt als nächste Entwicklungsstufe nach der heute verbreiteten generativen KI. Während digitale Assistenten bislang vor allem Fragen beantworten oder bei der Produktsuche helfen, sollen künftige Systeme komplette Einkaufslisten abarbeiten können. Für viele Verbraucher ist das jedoch ein Schritt, der ihnen zu weit geht.
Auffällig ist der Blick auf die Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Frauen, die in vielen Haushalten weiterhin einen Großteil der Einkäufe organisieren, stehen der neuen Technik besonders skeptisch gegenüber. Nur 32 Prozent von ihnen sehen sich als wahrscheinliche Nutzerinnen solcher Assistenten. Bei Männern liegt der Anteil mit 41 Prozent etwas höher, doch auch hier überwiegt die Zurückhaltung.
Noch deutlicher fällt das Generationengefälle aus. In der Altersgruppe ab 70 Jahren lehnen drei Viertel der Befragten den Einsatz von KI-Einkaufsagenten für sich ab. Unter den Jüngeren bis 40 Jahre ist die Skepsis zwar geringer, doch auch in dieser Gruppe glaubt weniger als die Hälfte an eine eigene Nutzung in naher Zukunft.
Während KI-Agenten im privaten Einkauf noch Zukunftsmusik sind, halten sie im Arbeitsleben bereits Einzug. Der US-Konzern Microsoft hat seine weit verbreitete Bürosoftware um zahlreiche Funktionen erweitert, die Termine koordinieren, E-Mails sortieren oder Tabellen und Programmcode erstellen können. Damit wird deutlich, dass die Technologie nicht nur den Konsum, sondern auch berufliche Abläufe zunehmend prägen dürfte.
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