Buckelwal vor Timmendorfer Strand
Gestrandeter Wal konnte sich in der Nacht befreien
- Der Buckelwal konnte sich befreien und schwimmt nun in der Lübecker Bucht.
- Foto: Marcus Brandt/dpa
- hochgeladen von Arthur Kreklau
Timmendorfer Strand (dpa/ak) – Nach Tagen voller Unsicherheit hat sich der vor der Ostseeküste festsitzende Buckelwal in der Nacht zum Freitag aus eigener Kraft befreit. Möglich wurde das durch eine Rinne, die ein Schwimmbagger am Donnerstag in den Sand gegraben hatte. Durch sie gelangte das Tier schließlich in tieferes Wasser, wie der Meeresbiologe Robert Marc Lehmann bestätigte. Er war am Vortag zu dem Wal geschnorchelt und hatte versucht, ihn in die richtige Richtung zu lenken.
Mit der Rückkehr ins offene Meer ist die Gefahr für den rund zwölf bis fünfzehn Meter langen Meeressäuger jedoch nicht gebannt. Lehmann betonte, der Wal müsse nun Abstand zur Küste halten und idealerweise den Weg in die Nordsee finden. Erst im Atlantik sei er wirklich zu Hause. Die Befreiung von der Sandbank sei deshalb „ein kleiner Schritt in die richtige Richtung“, aber noch keine Rettung.
Für Timmendorfer Strand endet damit eine beispiellose, mehrtägige Aktion, die seit Montagmorgen die Region in Atem gehalten hatte. Anfang der Woche war der Wal erstmals auf der Sandbank entdeckt worden. Mehrere Versuche, ihn zu befreien, scheiterten zunächst. Am Dienstag war ein Einsatz mit einem kleinen Saugbagger erfolglos geblieben. Erst der größere Schwimmbagger brachte am Donnerstag Fortschritte.
Am Abend kämpfte sich das Tier Meter um Meter durch die neu geschaffene Rinne. Ein weiterer Bagger konnte schließlich auch von Land aus helfen, nachdem ein Damm aufgeschüttet worden war, um das schwere Gerät näher an die Einsatzstelle zu bringen. Der Wal wirkte dabei deutlich aktiver als an den Tagen zuvor. Helfer versuchten, ihn zusätzlich mit Geräuschen zu motivieren – mit Hupen, Trommeln und Rufen. Auch der Wal selbst gab immer wieder laute Brummtöne von sich.
Kurz vor Einbruch der Dunkelheit fehlten nur noch wenige Meter bis zum tieferen Wasser, wie Bürgermeister Sven Partheil-Böhnke berichtete. Die Arbeiten mussten dennoch abgebrochen werden. In der Nacht gelang dem Tier dann der entscheidende Vorstoß.
Ob der Buckelwal nun dauerhaft den Weg in sichere Gewässer findet, bleibt offen. Für die Helfer am Strand war die Nachricht seines Abtauchens in die Ostsee dennoch ein Moment der Erleichterung nach Tagen intensiver Bemühungen.
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