DGB legt eigenes Rentenkonzept vor
Gewerkschaften stellen Alternativen zu Regierungsplänen vor

Die DGB-Rentenkommission verspricht ein besseres Auskommen im Alter. (Symbolbild) | Foto: Arne Dedert/dp
  • Die DGB-Rentenkommission verspricht ein besseres Auskommen im Alter. (Symbolbild)
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Berlin (dpa/ak) – Noch während die Bundesregierung ihre Rentenreform auf den Weg bringt, präsentiert der Deutsche Gewerkschaftsbund ein eigenes Modell. Eine vom DGB eingesetzte Rentenkommission schlägt vor, das Niveau der gesetzlichen Rente anzuheben und durch eine verpflichtende betriebliche Altersvorsorge zu ergänzen. Zusammen sollen beide Säulen später 70 bis 90 Prozent des letzten Nettoeinkommens sichern – ohne ein höheres Rentenalter.

Die Regierungskommission hatte erst am Dienstag ihre 33 Empfehlungen vorgelegt. Kanzler Friedrich Merz und Sozialministerin Bärbel Bas kündigten an, das Paket vollständig umzusetzen. Parallel dazu ließ DGB-Chefin Yasmin Fahimi seit Jahresbeginn ein eigenes Team arbeiten, dem unter anderem Ricarda Lang und Kevin Kühnert angehörten. Ihr Ansatz setzt stärker auf Umverteilung und eine breitere Finanzierung.

Nach den Vorstellungen des DGB sollen Arbeitgeber verpflichtet werden, für alle Beschäftigten eine betriebliche Altersvorsorge anzubieten und dafür zwei Prozent des Bruttolohns zu tragen. In der gesetzlichen Rente soll das Niveau schrittweise von derzeit 48 auf 50 und später auf 53 Prozent steigen. Finanziert werden soll dies über leicht höhere Beiträge und einen zusätzlichen Bundeszuschuss. Dieser „Demografiezuschuss“ soll aus Steuern auf hohe Einkommen, große Vermögen und Kapitaleinkünfte gespeist werden. Zudem sollen künftig mehr Menschen in die Rentenkasse einzahlen, darunter Selbstständige sowie Politikerinnen und Politiker – ein Schritt hin zu einer Erwerbstätigenversicherung.

Damit setzt sich der DGB deutlich von der Regierungskommission ab. Diese baut neben gesetzlicher und betrieblicher Vorsorge ausdrücklich auf eine private Säule und plant eine Kapitalrente, in die Arbeitnehmer und Arbeitgeber gemeinsam zwei Prozent des Bruttolohns einzahlen sollen. Außerdem soll das Rentenalter weiter steigen, und die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren entfällt. Ab 2032 soll der Nachhaltigkeitsfaktor die Rentensteigerungen dämpfen.

Einige Punkte der Regierungspläne bewertet der DGB dennoch positiv, etwa die Zielmarke von 70 Prozent des letzten Nettolohns oder die Ausweitung des Versichertenkreises. Das Modell einer Kapitalrente lehnt er jedoch ab. Denkbar sei lediglich, analog zum Konzept des Generationenkapitals einen steuerfinanzierten Kapitalstock aufzubauen, der die gesetzliche Rente langfristig stützt. Dieses Prinzip war bereits Teil der gescheiterten Ampelreform, bei der der Bund Milliarden am Kapitalmarkt anlegen wollte, um künftige Beitragssteigerungen abzufedern.

Bitte bestätige politische Informationen zusätzlich bei einer verlässlichen Quelle.

Autor:

Arthur Kreklau aus Fürth

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