Silvester ohne Knall und Rauch
Mehrheit der Deutschen verzichtet auf Feuerwerk

Auf das klassische Silvesterfeuerwerk verzichten die meisten Deutschen laut einer Umfrage. (Symbolbild) | Foto: Christophe Gateau/dpa
  • Auf das klassische Silvesterfeuerwerk verzichten die meisten Deutschen laut einer Umfrage. (Symbolbild)
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BERLIN (dpa/ak) – Der Jahreswechsel wird für viele Menschen in Deutschland zunehmend leiser. Einer aktuellen Umfrage zufolge plant die Mehrheit der Bevölkerung, Silvester ohne Böller und Raketen zu feiern. Wie die Meinungsforscher von YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur ermittelten, wollen 63 Prozent der Befragten in der Silvesternacht gänzlich auf Feuerwerk verzichten. Weitere 13 Prozent halten es zumindest für wahrscheinlich, dass sie keine Knallkörper zünden werden.

Nur eine kleine Minderheit gab an, definitiv oder wahrscheinlich böllern zu wollen. Die meisten Menschen verbringen den Jahreswechsel lieber im eigenen Zuhause oder bei Freunden und Verwandten. Lediglich ein Fünftel der Befragten gab an, sich zu dieser Zeit am häufigsten im Freien aufzuhalten. Die repräsentative Umfrage wurde zwischen dem 29. und 31. Oktober unter 2.050 volljährigen Personen durchgeführt.

Wie stehen Sie zu Silvester ohne Böller?

Auch ein generelles Böllerverbot findet zunehmend Zustimmung. 24 Prozent der Befragten befürworten ein vollständiges Verbot privater Feuerwerke, weitere 34 Prozent würden zumindest professionell organisierte Feuerwerke zulassen. Nur neun Prozent lehnen jegliche Einschränkungen ab. Etwa 29 Prozent sprechen sich für spezielle Verbotszonen aus, etwa in historischen Altstädten.

Die Gründe für die ablehnende Haltung gegenüber Feuerwerk sind vielfältig. Viele nennen die Belastung für Tiere, die durch den Lärm erschreckt werden, sowie die Vermüllung öffentlicher Plätze und die Gefahr von Verletzungen. Auch die Belastung von Rettungskräften und die Feinstaubbelastung spielen eine Rolle.

Trotz der wachsenden Zustimmung zu Einschränkungen bleibt ein bundesweites Verbot vorerst unwahrscheinlich. Zwar unterstützen Organisationen wie die Deutsche Umwelthilfe und der Berliner Landesverband der Gewerkschaft der Polizei ein Verbot für den Privatgebrauch und übergaben bereits Anfang des Jahres eine Petition mit über 1,9 Millionen Unterschriften an das Bundesinnenministerium. Dieses lehnt jedoch ein generelles Verbot ab und verweist auf bestehende Regelungen, die Ländern und Kommunen bereits heute entsprechende Maßnahmen ermöglichen.

Ein Vorstoß, den Kommunen mehr Spielraum für Verbote einzuräumen, fand bei der Innenministerkonferenz im Juni keine Mehrheit. Damit bleibt es vorerst bei lokalen Entscheidungen – und einem Silvester, das für viele Deutsche zunehmend ohne Knall auskommt.

Autor:

Arthur Kreklau aus Fürth

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