Spitzenforschung und Gedenken: Wie Stadt und Uniklinik das ehemalige „HuPfla“-Gelände nutzen wollen

Zukunftsort Schwabachanlage: Ob nun genau in diesem oder einem anderen Gebäude die Umsetzung des Projektes erfolgt, ist derzeit noch Gegenstand der Diskussion. Foto: © Melanie Schmitz/Uni-Klinikum Erlangen
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ERLANGEN (pm/mue) - Der Erlanger Stadtrat hat mit großer Mehrheit die Verwaltung beauftragt, die Bemühungen zur Schaffung eines Gedenkortes an die Ermordung von Menschen mit psychischer Erkrankung der Heil- und Pflegeanstalt („HuPfla“) Erlangen weiterhin zu fördern. Zugleich begrüßte das Ratsgremium die Chance, weitere Spitzenforschungseinrichtungen in Erlangen anzusiedeln.

In diesem Zusammenhang erging die Bitte an die Verwaltung, die Umsetzung der Bauvorhaben auf dem Universitäts-Nordgelände zu unterstützen. Die Bereitschaft des Klinikums, einen Teil der ehemaligen Psychiatrischen Klinik zu erhalten und in die weiteren Pläne für das Gelände zu integrieren, wurde positiv bewertet. Wie es in einer Pressemitteilung aus dem Rathaus heißt, könnte damit ein Teil der ehemaligen Patienteneinrichtung als Gedenkort erhalten werden. Wie der Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums, Prof. Heinrich Iro, ausführte, wolle man keinen Antrag auf Komplettabriss stellen und so eine breite Diskussion ermöglichen, wo und in welcher Weise ein Gedenkort geschaffen werden kann. Zugleich warb Iro dafür, Erinnerung und Zukunft gleichermaßen zu gestalten. Oberbürgermeister Florian Janik zeigt sich erfreut, dass durch die Einigung mit dem Universitätsklinikum auch ein Teil des nördlichen Kopfbaus in die Gedenkkonzeption einbezogen werden kann: „Es ist gut, dass in der Diskussion die Zukunftschancen für die Spitzenforschung in Erlangen und die Erinnerung an die Verbrechen in unserer Stadt nicht mehr gegeneinanderstehen“, so das Stadtoberhaupt.

Beirat bereits im Jahr 2017 gegründet

Zur Zeit des Nationalsozialismus wurde die 1846 eingeweihte und 1977 zu großen Teilen abgebrochene „HuPfla“ in Erlangen ein Ort der Euthanasie – 908 Patienten wurden im Rahmen der so genannten T4-Aktion in Tötungsanstalten ermordet. Zwischen 1940 und 1945 starben darüber hinaus zirka 1.850 Patienten, davon etwa 1.500 an den direkten oder indirekten Folgen mangelhafter Ernährung. Auf einen fraktionsübergreifenden Antrag zurückgehend wurde 2017 ein Beirat gegründet, der die „Schaffung eines ‚Ortes der Erinnerung‘ an die Ermordung von Menschen mit psychischer Erkrankung der Heil- und Pflegeanstalt“ vorantreiben soll.

Das Areal der ehemaligen „HuPfla“ nimmt zugleich eine wichtige Rolle für die Entwicklung des Universitätsklinikums ein; in den kommenden Jahren soll auf dem nördlichen Teil des Geländes ein Forschungszentrum von weltweit herausragender wissenschaftlicher Bedeutung angesiedelt werden. Dabei handelt es sich um das „Max-Planck-Zentrum für Physik und Medizin“ (MPZ-PM), mit dem die Max-Planck-Gesellschaft, die Friedrich-Alexander-Universität sowie das Universitätsklinikum gleichermaßen das Ziel verfolgen, modernste physikalische und mathematische Forschung auf patientenrelevante Fragestellungen in der Medizin anzuwenden. Für den Bau ist ein Teilabriss des ehemaligen Patiententrakts an der Schwabachanlage erforderlich.

Zukunftsort Schwabachanlage: Ob nun genau in diesem oder einem anderen Gebäude die Umsetzung des Projektes erfolgt, ist derzeit noch Gegenstand der Diskussion. Foto: © Melanie Schmitz/Uni-Klinikum Erlangen
Maßvoll mit der Vergangenheit umgehen: Oberbürgermeister Dr. Florian Janik begrüßt die Einigung zwischen Stadt und Universitätsklinikum. Foto: © Uwe Müller
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Redaktion MarktSpiegel aus Nürnberg

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