Wild, Wald und Wertschätzung
Jägermarkt in Rütteldorf zeigt, was Ehrenamt im Naturschutz leisten kann
- Ließen es sich schmecken: Landrat Bernd Obst gemeinsam mit den Verantwortlichen der Jägerschaft Fürth sowie den Mitgliedern der Initiative „Gutes aus dem Fürther Land“ beim Besuch des fünften Jägermarktes in Rütteldorf.
- Foto: Landratsamt Fürth
- hochgeladen von Arthur Kreklau
RÜTTELDORF (pm/ak) – Wenn der Duft von Wildbratwürsten durch die Luft zieht und Jägerinnen, Jäger und Besucher ins Gespräch kommen, dann ist wieder Jägermarkt in Rütteldorf. Zum fünften Mal fand die Veranstaltung nun statt – und hat sich längst als feste Größe im Jahreskalender des Landkreises Fürth etabliert. Verbunden war der Markt wie gewohnt mit der gesetzlich vorgeschriebenen Hegeschau für die rund 60 Jagdreviere in Stadt und Landkreis Fürth.
Mit dabei war auch die Initiative „Gutes aus dem Fürther Land“, die gemeinsam mit Landrat Bernd Obst den Markt besuchte. Vertreterinnen und Vertreter aus Landwirtschaft, Naturschutz und regionaler Vermarktung waren der Einladung gefolgt. Im Mittelpunkt stand der Austausch zwischen Jägerschaft und Bevölkerung – ein Dialog, der nicht nur Verständnis schafft, sondern auch Wertschätzung für eine oft unterschätzte Arbeit.
„Die Jägerinnen und Jäger im Landkreis Fürth leisten Erstaunliches – oft unbemerkt, aber von großem Wert für unsere Region“, sagte Landrat Obst beim Rundgang. „Sie regulieren nicht nur den Wildbestand, sondern engagieren sich für Artenschutz, Seuchenprävention und Umweltbildung. Das alles geschieht ehrenamtlich – und verdient Anerkennung.“
Seit 2019 organisiert die Jägerschaft Fürth Stadt und Land e.V. den Jägermarkt in Rütteldorf. Nach einer pandemiebedingten Pause hat sich die Veranstaltung ab 2022 wieder fest im Jahresrhythmus etabliert. Neben der Präsentation der im Jagdjahr erlegten Rehböcke bietet der Markt umfassende Informationen rund um Wild, Wald und Natur – und jede Menge Gelegenheit zum persönlichen Austausch.
Erich Reichert, erster Vorsitzender der Jägerschaft, betonte, dass es beim Jägermarkt nicht um den Verkauf gehe, sondern um Aufklärung. Die Aufgaben der Jäger reichen von der Bekämpfung invasiver Arten über das Anlegen von Biotopen bis hin zur Umweltbildung in Kindergärten und Schulen. Alles ohne Steuermittel, alles im Ehrenamt.
Auch für den Erhalt gesunder Wälder spielt die Jägerschaft eine zentrale Rolle. Durch die Regulierung des Wildbestandes wird verhindert, dass junge Bäume zu stark verbissen werden. So kann sich der Wald natürlich verjüngen und widerstandsfähiger gegen Klimawandel und Schädlingsbefall entwickeln. Viele Revierinhaber beteiligen sich zudem aktiv an Aufforstungsmaßnahmen und arbeiten eng mit Forstbetrieben und Waldbesitzern zusammen.
Ein weiterer Aspekt ist die regionale Vermarktung: Wild aus heimischen Revieren wird auf Märkten wie dem Weihnachtsmarkt in Burgfarrnbach, dem Herbstzauber in Raindorf oder dem Herbstmarkt in Ammerndorf angeboten – ganz im Sinne des Leitgedankens „Gutes aus dem Fürther Land“.
Landrat Obst zeigte sich zum Abschluss beeindruckt: „Der Jägermarkt ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie Naturschutz, Tradition und regionale Wertschöpfung miteinander verbunden werden können. Hier zeigt sich, wie lebendig und verantwortungsbewusst unser ländlicher Raum ist.“
Die Jägerschaft Fürth Stadt und Land e.V. gehört zu den ältesten Jagd- und Naturschutzvereinen Bayerns. Gegründet im Jahr 1877, zählt der Verein heute rund 440 Mitglieder. Im Jahr 2027 feiert er sein 150-jähriges Bestehen – mit einem klaren Fokus auf Ausbildung, Artenvielfalt und Aufklärung über heimische Wildtiere.
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