Aktion „Städte gegen die Todesstrafe“

Straße der Menschenrechte am Germanischen Nationalmuseum.
  • Straße der Menschenrechte am Germanischen Nationalmuseum.
  • Foto: Stadt Nürnberg/Uli Kowatsch
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NÜRNBERG (pm/nf) - Leuchten gegen die Todesstrafe: Nürnberg beteiligt sich wieder an dem von der Gemeinschaft Sant’Egidio initiierten Aktionstag „Städte für das Leben – Städte gegen die Todesstrafe“. Am Mittwoch, 30. November 2016, ab etwa 16.45 Uhr wird in der Straße der Menschenrechte die Säule Nummer drei mit der Aufschrift „Recht auf Leben“ grün angeleuchtet.

In Deutschland unterstützen mehr als 150 Städte den Aktionstag und organisieren unterschiedliche Veranstaltungen. Insbesondere durch die außergewöhnliche Beleuchtung bekannter Gebäude bringen viele Städte ihre Unterstützung der weltweit größten Initiative gegen die Todesstrafe zum Ausdruck. Seit Beginn der Kampagne im Jahr 2002 sind in über 100 Ländern mehrere Tausend Aktionen, Projekte und vieles mehr für eine Welt ohne Todesstrafe durchgeführt worden. Allein im Jahr 2015 gab es knapp 3 000 solcher Aktionen. Die beteiligten Städte wollen ein Zeichen für die gesetzmäßige Achtung des menschlichen Lebens setzen. Die Gemeinschaft Sant’Egidio ist eine christliche Laienbewegung mit mehr als 60 000 Mitgliedern in 74 Ländern, die sich für Frieden und Gerechtigkeit einsetzt.

Im Dezember 2007 hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen zum ersten Mal das Moratorium der Todesstrafe verabschiedet. Dieses Ergebnis wurde 2014 mit noch größerer Zustimmung bestätigt. Nur noch eine Minderheit von 57 Staaten wendet die Praxis der Todesstrafe noch an. 141 Länder haben sie schon verboten oder seit mehr als zehn Jahren kein Urteil mehr verhängt. Erst im Oktober dieses Jahres hat Präsident Kenyatta in Kenia mit der Umwandlung aller 2 747 Todesstrafen in lebenslängliche Haftstrafen ein starkes Zeichen gesetzt. Im selben Monat wurde in Japan beschlossen, die Kampagne Sant’Egidio in Asien auszuweiten und Wege zur Abschaffung dieser Praxis zu suchen.

Aber es gibt nicht nur positive Entwicklungen: In Krisengebieten wie dem Nahen Osten steigen im Zusammenhang mit Terrorismus die Vollstreckungszahlen und das türkische Parlament denkt über eine Abstimmung zur Wiedereinführung der Todesstrafe nach. Derartige Entwicklungen unterstreichen eindringlich die Bedeutung des globalen Einsatzes für eine Kultur des Lebens.

Die Gemeinschaft Sant’Egidio engagiert sich mit zahlreichen anderen Organisationen an der „Coalition against the Death Penalty“ im Kampf gegen die Todesstrafe und hat die Aktion „Cities for Life – Städte für das Leben“ gegründet. Als Aktionstag wurde der 30. November gewählt, weil die Toskana an diesem Tag im Jahr 1786 als erster Staat der Welt die Todesstrafe für abgeschafft erklärte. 1998 initiierte Sant’Egidio eine Unterschriftenkampagne für ein Moratorium dieser Praxis und sammelte bisher fast sechs Millionen Unterschriften. Noch dazu pflegen Mitglieder von Sant’Egidio weltweit hunderte persönliche Brieffreundschaften mit „Todeskandidaten“.

Autor:

Redaktion MarktSpiegel aus Nürnberg

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