Das Ergebnis des Workshops liegt vor
Der Plärrer wird zur grünen Oase

Die Sieger-Entwürfe des Münchner Büros realgrün mit Brenner Ingenieure (Aalen) aus dem Wettbewerb zur Neugestaltung des Nürnberger Plärrers wurden einstimmig ausgewählt.
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  • Die Sieger-Entwürfe des Münchner Büros realgrün mit Brenner Ingenieure (Aalen) aus dem Wettbewerb zur Neugestaltung des Nürnberger Plärrers wurden einstimmig ausgewählt.
  • Foto: Realgruen Landschaftsarchitekten
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NÜRNBERG (pm/ak) - Zur Neugestaltung des Plärrers steht das Ergebnis des städtischen Workshopverfahrens fest: Das Preisgericht beschloss einstimmig, den Entwurf des Münchner Büros realgrün mit Brenner Ingenieure (Aalen) dem Stadtrat zur weiteren Beauftragung vorzuschlagen. Dieser sieht unter anderem die Pflanzung von über 100 zusätzlichen Bäumen vor sowie als dominierendes gestalterisches Element eine ringförmige grüne Wand an der Stelle des ehemaligen Brunnens.

Die Stadt Nürnberg beabsichtigt, den Plärrer, einen der wichtigsten innerstädtischen Verkehrskontenpunkte, im Zuge erforderlicher Sanierungsarbeiten der U-Bahn neu zu ordnen und zu gestalten. Hierzu hatte am 14. November 2019 der Stadtplanungsausschuss die Durchführung eines aufwändigen wettbewerblichen Workshopverfahrens beschlossen. Das Stadtplanungsamt hatte dazu 20 Büros aus den Bereichen Architektur, Städtebau und Landschaftsplanung ausgewählt, die bereits über große Erfahrung mit vergleichbaren Aufgabenstellungen verfügen, und deren grundsätzliches Interesse an der Bearbeitung dieser Planungsaufgabe abgefragt.

Nach positiver Rückmeldung waren 14 Büros eingeladen, sich gemeinsam mit qualifizierten Verkehrsplanungsbüros um die Teilnahme am Workshop zur Umgestaltung des Plärrers zu bewerben.In einer ersten Runde wurden vier international zusammengesetzte Planungsteams, jeweils bestehend aus Stadtplanern, Freiraum- und Verkehrsplanern, beauftragt, entsprechende Planungsvorschläge auszuarbeiten.

Übergeordnetes Ziel der Stadt ist eine zumindest teilweise Rückgewinnung des Plärrers als zentralen Stadtraum an der Schnittstelle zwischen Altstadt und dem anschließenden Stadtgefüge sowie eine Aufwertung der Funktionen für Kunden des ÖPNV, Fußgänger und Radfahrer. Der Stadt war hierbei bewusst, dass es sich um eine sehr komplexe Aufgabenstellung handelt, bei der es die Planungsteams mit einer Vielzahl durchaus auch widerstrebenden Zielen zu tun hatten.Konkret war unter anderem verlangt: die Funktionsfähigkeit des Plärrers als zentralen Verkehrsknotenpunkts mit motorisiertem Individualverkehr, U-Bahn, Straßenbahn, Bussen, Radfahrern und Fußgängern zu gewährleisten; den Fußgängern und Radfahrern mehr, sicheren und barrierefreien Raum zu geben; Grünflächen zu erhalten und zu vergrößern und die Qualität des öffentlichen Raums deutlich zu verbessern sowie Ideen für eine weitere Entwicklung aufzuzeigen, in der der Plärrer mit weniger Autos belastet wird.
Neben der von der Stadt vorgegebenen Aufgabenstellung flossen in das Verfahren auch die Ergebnisse einer parallel stattgefundenen Bürgerbeteiligung ein, deren Kernergebnis das Bedürfnis nach mehr Grün, mehr Platz für Fußgänger und mehr Platz für Radler war.

Am Mittwoch, 9. September 2020, wurden in der Kulturwerkstadt auf AEG die Entwürfe einem hochkarätigen Preisgericht präsentiert.Unter fachkundiger Leitung von Prof. Christa Reicher, Mitglied des Baukunstbeirats, diskutierten die Vertreter der Stadtratsfraktionen (Stadtrat Konrad Schuh, Stadträtin Christine Kayser, Stadtrat Cengiz Sahin), Prof. Ulrike Böhm, Landschaftsarchitektin und Baukunstbeiratsmitglied, Verkehrsexperte Wolfgang Haller und Annette Willmann-Hohmann von der Regierung von Mittelfranken, welche den Prozess im Rahmen der Städtebauförderung unterstützt, und Planungs- und Baureferent Daniel F. Ulrich die Entwürfe.

Unterstützt wurden die Preisgerichtsmitglieder dabei von einem großen Stab von Experten. Die Bandbreite der Entwürfe reichte von sehr grünen Ansätzen bis zu stark baulich geprägten Lösungen. Auch verkehrlich wurde die ganze Bandbreite an Möglichkeiten und Wünschen präsentiert. Am Ende beschloss das Gremium einstimmig, den Entwurf des Münchner Büros realgrün mit Brenner Ingenieure (Aalen) dem Stadtrat zur weiteren Beauftragung vorzuschlagen.Der Siegerentwurf orientiert sich hinsichtlich der Verkehrsbeziehungen weitgehend an einer moderarten Reduktion des Bestands, entwickelt diesen aber in intelligenter und vorsichtiger Weise weiter. Die Ränder der Insel werden durch großzügige Baumpflanzungen akzentuiert und aufgewertet, welche sowohl klimatisch als auch stadträumlich wirksam werden sollen. Der Plärrer soll grüner werden, über 100 zusätzliche Bäume werden vorgeschlagen. Als dominierendes gestalterisches Element ist eine ringförmige grüne Wand an der Stelle des ehemaligen Brunnens angedacht. Dieser grüne Ring, ein Möglichkeitsraum mit dem Arbeitstitel „Plärrerpuck“ ist im Fußgängerbereich durchlässig. Ein kleines Café soll den Raum darunter beleben. Als zusätzliche Elemente sollen Spiel- und Wasserflächen die Fläche aufwerten.
„Wichtig ist mir, dass der nun beschlossene Entwurf neben einem maximal grünen auch einen sehr fußgängerfreundlichen ÖPNV-Knoten Plärrer erlaubt, zudem können die vielen Lücken im Radwegenetz mit dem Konzept vollständig geschlossen werden“, so Planungs- und Baureferent Daniel F. Ulrich.

Über das Ergebnis des Workshops wird der Stadtplanungsausschuss am 24. September 2020 informiert. Das Büro realgrün soll mit der Weiterentwicklung ihres Entwurfs beauftragt werden und wird das Ergebnis, voraussichtlich im Herbst 2020, dem Stadtrat, den Fachleuten und der Öffentlichkeit vorstellen. Die Umsetzung der Planung soll zeitnah erfolgen, da statische und Abdichtungsprobleme der U-Bahnüberdeckung einen Aufschub nicht erlauben.

„Für Nürnberg ist das Ergebnis dieses Wettbewerbs ein großer Schritt – ein wesentlicher Verkehrsknoten wird begrünt, der Durchgangsort Plärrer wird angenehmer für die Menschen, bleibt dabei aber weiterhin für den Autoverkehr nutzbar“, so Oberbürgermeister Marcus König.

Autor:

Arthur Kreklau aus Fürth

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