Erfolgreicher Nürnberger Unternehmer
Schon gewusst? So machte Dürer Geld!

Rheinischer Goldgulden, 1501. | Foto: Germanisches Nationalmuseum, Münzkabinett, Inv. Mü 12861
  • Rheinischer Goldgulden, 1501.
  • Foto: Germanisches Nationalmuseum, Münzkabinett, Inv. Mü 12861
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NÜRNBERG (pm/nf) - Das dürfte für viele neu sein: Albrecht Dürer war Selfmade-Millionär. In der Reihe „Original Dürer!“ geht es daher diesmal um das liebe Geld.

Die Präsentation „Dürer macht Geld“ veranschaulicht anhand originaler Druckgrafiken und Münzen, für wie viel Geld Dürer seine Werke verkaufte. Sie ist von Freitag, 14. November 2025, bis Sonntag, 8. März 2026, im Grafischen Kabinett im dritten Obergeschoss des Albrecht-Dürer-Hauses, Albrecht-Dürer-Straße 39, zu sehen.

Albrecht Dürer war ein erfolgreicher Unternehmer. Mit etwa 25 Jahren gründete er um 1496 eine eigene Werkstatt in Nürnberg, dabei etablierte er sein berühmtes AD-Monogramm als Markenzeichen. Um unabhängig von Auftraggebern zu sein, spezialisierte Dürer sich auf die Produktion von Druckgrafiken für den freien Markt. Für den Vertrieb stellte er Außendienstler an, die seine Grafiken exklusiv verkauften. Das finanzielle Risiko zahlte sich aus, denn Dürer war der erste Künstler, der von seinen Verdiensten als Druckgrafiker leben konnte.

Während Dürer den Lohn für Gemälde jeweils individuell aushandelte, vereinheitlichte er den Preis für Porträtzeichnungen auf einen Gulden pro Stück. Für seine Druckgrafiken wiederum legte er ein Preissystem nach Größen fest: Für einen Gulden bekam ein Kunsthändler im Jahr 1520 in Antwerpen acht große, 20 mittlere oder 45 kleine Drucke, die auf einem ganzen Bogen, einem Halbbogen beziehungsweise einem Viertelbogen Papier gedruckt waren. Zum Vergleich: Für einen Gulden erwarb Dürer 1521 in Antwerpen ein Paar Stiefel. Selbst für einen Nürnberger Tagelöhner mit einem Jahresverdienst von etwa 27 Gulden waren Dürer-Drucke demnach erschwinglich, wenn man bedenkt, dass der niedrigste nachweisbare Preis für einen kleinformatigen Einzeldruck (Viertelbogen) unter 10 Pfennigen (1 Gulden = 252 Pfennige) und damit unter dem Preis für ein Brathühnchen lag. Die heutigen Preise für Dürers Druckgrafiken bewegen sich dagegen im vier- bis sechsstelligen Eurobereich.

Obwohl der Künstler in den erhaltenen Schriftquellen bis zuletzt über seine Finanzen klagte, war er bereits nach der zweiten Reise nach Venedig (1505-1507) ein wohlhabender Mann. Er leistete sich das stattliche Wohnhaus am Tiergärtnertorplatz für insgesamt etwa 500 Gulden, bezahlte außerdem sein Vaterhaus ab und kaufte einen Garten hinter der Veste. Ab einem Besitz von 1 000 Gulden galt man damals in Nürnberg als reich. Dürers Nachlassvermögen wurde zwei Jahre nach seinem Tod auf fast 7 000 Gulden geschätzt, was heute einem Millionenwert in Euro entspräche.

  • Neben Originalgrafiken aus den Beständen der Grafischen Sammlung der Stadt Nürnberg sind auch einige Leihgaben aus dem Germanischen Nationalmuseum Nürnberg zu sehen.
  • Museumsleiterin Dr. Christine Demele führt durch die Ausstellung am Freitag, 9. und 23. Januar 2026, jeweils um 16 Uhr.

Der Besuch der Präsentation ist im Museumseintritt von 7,50 Euro, ermäßigt 2,50 Euro, bereits inbegriffen. Die Teilnahme an einer Führung kostet 5 Euro, ermäßigt 2 Euro, zuzüglich Museumseintritt.

Weitere Informationen gibt es online unter https://museen.nuernberg.de/duererhaus/kalender-details/duerer-macht-geld-2577.

Autor:

Nicole Fuchsbauer aus Nürnberg

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