Blitzumfrage der IHK
Corona-Virus trifft oberfränkische Wirtschaft hart

Das Corona-Virus hat die oberfränkische Wirtschaft fest im Griff. Das zeigt die zweite Blitzumfrage der IHK für Oberfranken Bayreuth zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie.
  • Das Corona-Virus hat die oberfränkische Wirtschaft fest im Griff. Das zeigt die zweite Blitzumfrage der IHK für Oberfranken Bayreuth zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie.
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OBERFRANKEN (ihk/rr) – Das Corona-Virus hat die oberfränkische Wirtschaft fest im Griff. Das zeigt die zweite Blitzumfrage der IHK für Oberfranken Bayreuth zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie. 82 Prozent der befragten Unternehmen erwarten inzwischen für das Jahr 2020 einen Umsatzrückgang, jedes dritte Unternehmen rechnet mit einem Personalabbau.
"Aktuell gibt es weltweit nur ein Thema, die Corona-Pandemie", so Gabriele Hohenner, Hauptgeschäftsführerin der IHK für Oberfranken Bayreuth. "Das Herunterfahren des öffentlichen Lebens trifft die Unternehmen besonders hart, viele wissen nicht, wie es weiter gehen soll."

95 Prozent der Unternehmen spüren Auswirkungen

Gaben bei der letzten Blitzumfrage vom 6. März 57 Prozent der IHK-Mitgliedsunternehmen an, negative Auswirkungen auf ihr Geschäft zu spüren, ist dieser Wert bei der aktuellen Umfrage vom 26. März bereits auf 95 Prozent geklettert. Rechneten bei der ersten Umfrage vor drei Wochen 17 Prozent der Befragten für das Jahr 2020 mit einem Umsatzrückgang von über zehn Prozent, sind es inzwischen gut drei von vier Unternehmen. Knapp ein Drittel der Befragten erwartet einen Umsatzrückgang von 25 bis 50 Prozent, 17 Prozent befürchten sogar einen Rückgang von über 50 Prozent. Gerade einmal vier Prozent rechnen für 2020 mit einer stabilen Umsatzentwicklung.

Ist der Betrieb nicht sogar stillgelegt, fehlt die Nachfrage

Zwei Drittel der Unternehmen verzeichnen eine rückläufige Nachfrage nach den eigenen Produkten und Dienstleistungen. Bei 45 Prozent kam es zur Stornierung von Aufträgen, 44 Prozent der Befragten verzeichnen sogar einen Stillstand der Geschäftstätigkeit. Hinzu kommen vor allem fehlende Waren und Dienstleistungen und logistische Engpässe. Dort, wo noch gearbeitet wird, gibt es Ausfälle durch fehlende Mitarbeiter, wie zwei von fünf Unternehmen berichten.

12 Prozent der Befragten von Insolvenz bedroht

Ein Drittel der Unternehmen beklagt Liquiditätsengpässe, bei 12 Prozent der Befragten droht sogar die Insolvenz. Nicht überraschend, dass fast die Hälfte der Unternehmen seine Investitionen für 2020 zurückfahren will.

"Diese Beurteilungen sind nicht wirklich überraschend, ist die Corona-Pandemie doch eine beispiellose Herausforderung für den Staat, die Bürger, aber auch die Unternehmen", so Hohenner. "Deshalb ist es wichtig, dass die Bundesregierung und die Bayerische Staatsregierung schnell reagiert und Hilfsmaßnahmen auf den Weg gebracht haben und das in einem bisher unvorstellbaren Ausmaß. Diese werden den Umsatz- und Verdienstausfall mit Sicherheit nicht ersetzen können, sie sind aber wichtige Unterstützungsmaßnahmen."

Unterstützungsmaßnahmen stark nachgefragt

Das sehen auch die Unternehmen so. Mit 83 Prozent hat das Kurzarbeitergeld eine besonders hohe Relevanz für die Unternehmen, gefolgt von Steuerstundungen und der Herabsetzung von Vorauszahlungen (59 Prozent), Soforthilfen in Form von Zuschüssen (50 Prozent) und Darlehen über die KfW oder die LfA (40 Prozent). Nur acht Prozent der Unternehmen geben an, keine staatliche Unterstützung zu benötigen. Hohenner: "Auch dieser Wert zeigt, wie tiefgreifend die Veränderungen in den vergangenen Wochen waren."

Wo soll die Politik noch nachsteuern?

Auf die Frage, wo die Politik kurz- bis mittelfristig noch nachsteuern muss, werden an erster Stelle Unternehmenssteuersenkungen genannt (51 Prozent), gefolgt von Soforthilfen in Form von Zuschüssen (49 Prozent) und Kurzarbeitergeld (47Prozent).
An der Umfrage vom 24. bis 26. März beteiligten sich bundesweit rund 14.000 Teilnehmer, davon 189 aus Oberfranken.

Lob für schnelle Umsetzung von Unterstützungsmaßnahmen

"Ziel muss es sein, dass Unternehmen, die unverschuldet in Not geraten sind, sich über die schweren Wochen retten können, die noch vor uns liegen", so die IHK-Hauptgeschäftsführerin. "Wichtig ist nun, dass die Hilfen auch zeitnah bei den Unternehmen ankommen. Bei vielen Unternehmen spielen bereits einige wenige Tage eine wichtige Rolle."

Klar sei aber auch, dass die schiere Masse an Anträgen die betreffenden Institutionen an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit bringe. Hohenner: "Aus regelmäßigen Telefonaten weiß ich, dass dort, wo die die vielen Anträge bearbeiten werden, tolle Arbeit geleistet wird." Auch die IHK unterstützt an dieser Stelle, viele Experten beraten zu den verschiedenen Programmen, Beschränkungen und anderen relevanten Themen, dazu kommen die täglich mehrfach aktualisierten Informationen auf der IHK-Homepage bayreuth.ihk.de/corona. Ein "Corona-Newsletter", der dort zusätzlich abonniert werden kann, wird mittlerweile über 1.200 Mal bezogen.

Autor:

Roland Rosenbauer aus Forchheim

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