Sternlaschmeißer ist Oberfränkisches Wort des Jahres 2019
Einer, der Sternla schmeißt ...

Foto: StockSnap (pixabay)

OBERFRANKEN (pm/rr) – „Sternlaschmeißer“ ist das Oberfränkische Wort des Jahres 2019. Das Dialektwort, das den im Hochdeutschen doch eher sperrigen Begriff Wunderkerze bildlich beschreibt, überzeugte die vierköpfige Jury des Bezirks Oberfranken. Bezirkstagspräsident Henry Schramm verkündete das Wort im Bauernhofmuseum Kleinlosnitz.
„Sternlaschmeißer ist ein schönes Wort und beschreibt das Gemeinte viel anschaulicher als das hochdeutsche Wort Wunderkerze“, erklärte Bezirkstagspräsident Henry Schramm bei der Verkündung des insgesamt fünften Oberfränkischen Wortes des Jahres. Er selbst hatte sich zwar mit seinen Favoriten „Fregga“ und „Moggerla“ an dem Wettbewerb des Bezirks Oberfranken beteiligt, diese typisch fränkischen Begriffe landeten zusammen mit „britschabrad“, „Bio-Wogn“ für E-Auto und dem „Waggerla“ (kleines Kind) aber nach der Jury-Entscheidung auf den weiteren Plätzen.

Über 3000 Einsendungen

Zahlreiche Oberfranken hatten auch in diesem Jahr per Postkarte, über die Bezirkshomepage oder E-Mail ihren Favoriten zum Wort des Jahres eingereicht. Die Jury, bestehend aus Barbara Christoph, Leiterin der KulturServiceStelle des Bezirks, Sabine Knieling vom Medienpartner Extra-Radio aus Hof, Dr. Almut König vom Lehrstuhl für Germanistische Sprachwissenschaft an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen sowie dem Leiter des Bauernhofmuseums Kleinlosnitz, Bertram Popp, hatten keine leichte Aufgabe, aus den insgesamt über 3000 Einsendungen ein Sieger-Wort zu küren.
„Sternlaschmeißer" ist eine Zusammenrückung aus dem Nomen "Sternla", dem Verb "schmeißen" und der Wortbildungssilbe "-er". Nach diesem Modell werden viele Wörter gebildet, zum Beispiel "Ärbflgroober“, „Hulzhauer“ oder „Brillnglotzer“, erklärt die Sprachwissenschaftlerin Dr. Almut König.

Feste Institution

„Das Oberfränkische Wort des Jahres ist bei den Menschen in Oberfranken zu einer festen Institution geworden. Das zeigen die vielen Einsendungen, die wir erhalten haben. Wieder einmal konnten wir feststellen, dass der oberfränkische Dialekt so bunt ist, wie unser Regierungsbezirk selbst“, zog Bezirkstagspräsident Henry Schramm vor der Verkündung des Wortes eine Zwischenbilanz. Die Verkündung selbst erfolgte im Rahmen des traditionellen Tennafestes im Bauernhofmuseum in Kleinlosnitz. Vor der Bekanntgabe des Wortes wurde ein Videoclip im Format der Sendung „Dingsda“ gezeigt, in dem Kinder den Begriff Sternlaschmeißer auf ihre ganz individuelle Art erklärten.

Oberfränkisches Wort des Jahres

2015 kürte der Bezirk Oberfranken zusammen mit dem Medienpartner Extra-Radio aus Hof erstmals das „Oberfränkische Wort des Jahres“. Das Wort muss unseren Sprachschatz bereichern und das Gemeinte besonders treffend, originell oder präzise benennen. Das Gewinnerwort 2015 wurde „Wischkästla“ als oberfränkischer Begriff für „Smartphone“, 2016 wurde die kurze oberfränkische Redewendung „a weng weng“ gekürt. Im Jahr 2017 machte der fast vergessene Begriff „Urigeln“ das Rennen, der das kribbelnde Gefühl beschreibt, wenn die kalten Hände oder Füße in der Wärme langsam auftauen. Im Vorjahr kürte die Jury unter dem Eindruck des Jahrhundertsommers das Wort „derschwitzen“ zum Oberfränkischen Wort des Jahres. Einsendungen konnten über das Internet, per Mail oder Postkarte bei der KulturServiceStelle des Bezirks Oberfranken oder bei Extra-Radio eingereicht werden.

Autor:

Roland Rosenbauer aus Forchheim

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