Nürnberg trauert um seinen Altbürgermeister Horst Förther

Nürnbergs Altbürgermeister Horst Förther ist am zweiten Weihnachtsfeiertag gestorben. (Foto: bayernpress)
 
Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly mit seinen Bürgermeistern Horst Förther (l.) und Bürgermeister Klemens Gsell (r.). (Foto: bayernpress)
In der MarktSpiegel Bildergalerie einige Stationen im öffentlichen Leben Horst Förthers mit Bürgern, Kollegen und Freunden. Gedenken an Altbürgermeister Horst Förther.
Am morgigen Mittwoch, 28. Dezember 2016, wird sich Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly um 11 Uhr in der Ehrenhalle des Rathauses Wolffscher Bau, Rathausplatz 2, in ein Kondolenzbuch für Altbürgermeister und Bürgermedaillenträger Horst Förther eintragen. Das Kondolenzbuch liegt dort bis Freitag, 30. Dezember 2016, täglich von 8 bis 17.30 Uhr, auf.
Am Freitag, 30. Dezember 2016, findet um 11 Uhr in der Sebalduskirche eine öffentliche Trauerfeier unter Leitung von Pfarrer i.R. Gerhard Schorr statt. Es sprechen Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly, Siegfried Zecha, Obermeister der Innung für Sanitär-, Heizung- und Klimatechnik, und Tiergartendirektor Dr. Dag Encke.


NÜRNBERG (pm/nf) - Altbürgermeister Horst Förther ist tot. Er ist gestern, am Morgen des 2. Weihnachtsfeiertages, 26. Dezember 2016, nach langer, schwerer Krankheit im Alter von 66 Jahren im Kreise seiner Familie friedlich eingeschlafen.

„Ich bin tief traurig über den Tod von Horst Förther. Er war nicht nur ein Kollege, sondern ein echter Freund“, erklärt Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly und fügt an: „Horst war wahrscheinlich ein Bürgermeister wie aus dem Bilderbuch. Er hat sein Amt mit beiden Händen angepackt. Er ging auf die Menschen offen zu und konnte sie für sich gewinnen. Auch in schwierigen Zeiten bewahrte er sich seine innere Fröhlichkeit. Er war immer zuversichtlich und optimistisch. Er hat das Amt des Bürgermeisters mit seiner ganzen Persönlichkeit geprägt. Horst Förther war ein hervorragender Repräsentant unserer Stadt. Unsere Gedanken sind jetzt bei seiner Frau Ingrid, seinen drei Töchtern und ihren Familien. Seine Enkelkinder waren dem herzlichen Familienvater bis zuletzt eine große Freude.“

Horst Förther wurde am 20. Juni 1950 geboren. Er stammte aus Großreuth hinter der Veste im Knoblauchsland. Nach der mittleren Reife und einer Lehre als Gas- und Wasserinstallateur studierte er von 1968 bis 1972 Versorgungstechnik in München und schloss mit dem Dipl.-Ing. (FH) ab. Danach übernahm er das väterliche Geschäft mit drei Mitarbeitern, das er nach und nach zu einem mittelständischen Betrieb mit etwa 50 Beschäftigten ausbaute. Daneben engagierte er sich in verschiedenen verantwortungsvollen Funktionen im Nürnberger Handwerk. So war er von 1990 bis 2002 Obermeister der Innung SHK (Sanitär, Heizung, Klima).

1969 trat Horst Förther in die SPD ein. „Wegen Willy Brandt natürlich“, wie er einmal im Rückblick sagte. Mitte der 1990er Jahre kam er eher als Seiteneinsteiger in die Politik, als er 1996 erstmals auf der SPD- Stadtratsliste stand. Im Jahr 2000 zog er als Nachrücker in den Stadtrat ein. Manchen galt er als „roter“ Unternehmer. Er selbst sah sich als Vertreter eines „sozialverantwortlichen Bürgertums“. Im Stadtrat wurde er für seine Fraktion zunächst Sprecher für den Schulbereich.

Daneben arbeitete er sich in der Umwelt- und Energiepolitik ein. 2002 und 2008 wurde er für den Stadtrat jeweils wiedergewählt. Die große Mehrheit des Stadtrats wählte in 2002 und 2008 zum 2. Bürgermeister. Zu seinem Geschäftsbereich gehörten die Feuerwehr, der Tiergarten, der Sport, die Bäder, das Franken-Stadion, die Bürgerämter und der im Jahr 2009 neu gegründete Servicebetrieb öffentlicher Raum (dem Zusammenschluss von Tiefbauamt, Gartenbauamt, Straßenreinigung und Bauhöfen).

In Förthers zwölfjährige Amtszeit als Bürgermeister fielen die Gründung dreier neuer Eigenbetriebe, die Sanierung der Bäder und die Umgestaltung des Tiergartens mit der Delphinlagune. Als Höhepunkt seiner Amtszeit bezeichnete er selbst die Fußball-Weltmeisterschaft 2006. 2014 kandidierte Horst Förther nicht mehr für den Stadtrat. Nach seinem Ausscheiden aus dem Gremium wurde ihm der Ehrentitel eines Altbürgermeisters verliehen.
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