Prof. Günter Dollhopf ist der ,,Künstler des Monats" April 2017 der Metropolregion Nürnberg

Prof. Günter Dollhopf in seinem Atelier in Amberg. (Foto: Günter Dollhopf)
NÜRNBERG (pm/nf) - Die Jury des Forums Kultur der Metropolregion Nürnberg würdigt den Maler und Grafiker Prof. Günter Dollhopf anlässlich seines 80. Geburtstages mit dem Titel „Künstler des Monats“ April 2017. Außerdem ehrt ihn die Stadt Amberg mit einer Sonderausstellung im Stadtmuseum Amberg unter dem Titel „Miniatur und Großformat“ von 14. Mai bis 16. Juli 2017.

Der Künstler Günter Dollhopf ist ein Aushängeschild der Metropolregion Nürnberg. Geboren am 25. Mai 1937 in Nürnberg, studierte er von 1958 bis 1961 an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg bei Fritz Griebel und von 1961 bis 1964 an der Akademie der Bildenden Künste in München als Meisterschüler in der Klasse von Hermann Kaspar. Bereits 1964 zog er nach Amberg, wo er sich seit über 50 Jahren zu Hause fühlt. Seine künstlerische Eigenständigkeit führte schon sehr bald zu einer Berufung als Professor an die Akademie der Bildenden Künste Nürnberg, wo er von 1973 bis 1997 lehrte. Sein nun mehr über 50 Jahre andauerndes künstlerisches Schaffen wurzelt immer noch in unbändiger Kreativität, lebt von seiner klaren Vorstellungskraft und überzeugt durch seine präzise handwerkliche Technik.

Nie sind seine Bilder, in denen der Mensch und die Landschaft zentrale Themen sind, nur schön. Das gilt für alle Werkgruppen, für die Präfigurationen in den Jahren 1963-1969, für die „Bodybilder“,1970-1975, für die „Krankheitsbilder“, 1975-1977, die „Rücken- und Fensterbilder“ 1978- 1987, die „Hackstücke und Faltungen“, 1987-1998, und genauso für die Bilder der vergangenen Jahre „Utopia-Realita“. Seine Arbeiten in den späten 60er bis Anfang der 70er Jahren waren bevölkert von ineinander verschlungenen Körperfragmenten, Torsi, verletzten, bandagierten Wesen, technisch perfekt gemalt, aber immer mit der Anmutung der geschundenen Existenz. Gliedmaßen, Torsi verdichten sich zu an Felsformationen erinnernde Figurengruppen oder liegen aussätzig und bandagiert auf Sofas. Sofas, so Dollhopf, sind Folterinstrumente für den Rücken. Immer sind seine Bildfiguren auch Metaphern für die Verletzlichkeit und Vergänglichkeit menschlicher Existenz - und somit auch der des Betrachters - und auch der des Künstlers Günter Dollhopf selbst.

Einen Lichtblick im wahren Sinne des Wortes scheinen die Fensterbilder darzustellen. Sie zeigen den Blick aus dem Atelierfenster, ein Gewirr aus Ästen und Zweigen, lichtdurchflutet, verdichtet zu hochästhetischen Bildstrukturen. „Das Fenster ist nicht ein Schutzglas für die Beschaulichkeit eines gelangweilten Rentners, sondern die Öffnung in ein großes malerisches Abenteuer für einen aufgeregt Neugierigen“ so Dollhopf selbst über diesen Werkabschnitt.
Aber schon bei seinen Hackstücken und Faltungen kehrt er zurück zu einer künstlerischen Auseinandersetzung, die Verletzungen darstellt. Schweres großformatiges Büttenpapier wird geschlagen, gefaltet, gedehnt, gedrückt, gerieben und gefärbt, reißt dabei auf, wölbt sich und es entstehen so Objekte von intensiver Ausstrahlung.

Dollhopf blickt auf unzählige Ausstellungen wie in Köln, Erlangen, Würzburg, Göttingen, Düsseldorf, aber auch im Ausland in Trient, Basel, Warschau, Kiew oder im Goethe-Haus in New York. Unter seinen vielen Auszeichnungen und Preisen sind der Grand Prix der Internationalen Grafik-Triennale in Krakau 1991 und der Kulturpreis Ostbayern 1979 sowie der Stadt Amberg 1981 hervorzuheben. Für seine Verdienste erhielt er 1994 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse.
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