So stoppt Innenminister Joachim Herrmann die Unfall-Gaffer!

Staatsminister Joachim Herrmann zeigt ein Element der neuen Sichtschutzwände. (Foto: © tom)

METROPOLREGION (tom) - Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat jetzt in Franken ein Pilotprojekt gestartet, um endlich Unfälle vor den Blicken von Gaffern zu verbergen!

Als hätten es die Rettungskräfte bei dramatischen Unfällen wie kürzlich beim Busunglück auf der A9 bei Münchberg nicht schwer genug. Doch dann erschweren Ihnen sensationsgierige Gaffer auch noch ihre Arbeit. Minister Joachim Herrmann wurde selbst Zeuge, wie auf der Gegenfahrbahn Schaulustige stark abbremsten um mit Smartphones Fotos und Videosaufnahmen zu machen. Folge: zahlreiche Beinaheunfälle. Damit soll in Bayern jetzt Schluss sein!In der Autobahnmeisterei Nürnberg-Fischbach stellte Joachim Herrmann nun die ersten speziellen Sichtschutzwände vor, die in den kommenden eineinhalb Jahren im Rahmen eines Pilotprojekts getestet werden. Diese können bei schweren Verkehrsunfällen auf einer Länge von bis zu 100 Metern aufgestellt werden und die Unfallstelle vor neugierigen Blicken schützen. Auf diese Weise soll nicht nur für einen besseren Verkehrsfluss an den Unfallstellen gesorgt werden. Gleichzeitig können die Hilfskräfte hinter den Schutzwänden auch konzentrierter arbeiten, werden die Unfallopfer vor den neugierigen Blicken der Gaffer geschützt.
Ziel des Pilotprojekts ist es, möglichst schnell die Stärken aber auch eventuelle Schwächen der Sichtschutzwände festzustellen, die von einer Firma aus dem fränkischen Obernzenn entwickelt wurden und an die unterschiedliche Anforderungen gestellt werden.
So sollen die Wände nicht nur blickdicht, sondern gleichzeitig auch leicht zu transportieren und aufzustellen sein. Spezielle Standfüße und ein winddurchlässiges Gewebe sollen zusätzlich dafür sorgen, dass die Sichtschutzwände auch bei stärkerem Wind fest stehen bleiben.
Von dem Pilotversuch erhofft sich Staatsminister Joachim Herrmann darüber hinaus auch Erkenntnisse zum erforderlichen Personaleinsatz. Denn: „Unser Personal wird im Ernstfall zuerst zur Absicherung der Unfallstelle benötigt. Der Aufbau des Sichtschutzes kommt dann an zweiter Stelle.“ Bei der Autobahnmeisterei Münchberg, in der die neuen Schutzwände zunächst ebenso wie in Herrieden getestet werden, probt man zusätzlich die Zusammenarbeit mit dem Technischen Hilfswerk. Das THW soll den Aufbau der Sichtschutzwände übernehmen, wenn die Autobahnmeisterei aufgrund des Unfallgeschehens nicht in der Lage ist, zeitnah die Wände aufzustellen.

Appell an Autofahrer

Im Gegensatz zu einem ähnlichen Projekt in Nordrhein-Westfalen zeichnet sich das getesteten System dadurch aus, dass es von einem einzigen Mann aufgebaut werden kann. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass der Anhänger mit den Sichtschutzelementen von einem Kleintransporter gezogen wird, wodurch das Befahren der Rettungsgasse deutlich erleichtert wird.
Joachim Herrmann nutzte die Gelegenheit, um noch einmal an die Autofahrer zu appellieren, sich nicht durch Unfälle ablenken zu lassen und sich weiter auf den Verkehr zu konzentrieren. Gaffer müssen, so der Minister weiter, ,,die volle Härte des Rechtsstaats zu spüren bekommen“. Nach der Verschärfung der Gesetze drohe Gaffern nun „eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe, wenn sie Unfallretter behindern“.
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