PETA zeigt Erlanger Angler wegen Tierquälerei an

Viele Menschen essen gerne Fisch. Zu diesem Zwecke ist das Töten erlaubt. Doch ist es ethisch vertretbar, Tiere als Freizeitspaß zu quälen? (Foto: Symbolfoto: © kostik2photo/Fotolia.com)

ERLANGEN (pm/vs) -Weil zahlreiche Fische Ende Juni beim "Schnupperangeln" des Bezirksfischereivereins Erlangen am Alterlanger See getötet worden sind, hat PETA bei der zuständigen Staatsanwaltschaft Anzeige gegen alle erwachsenen Teilnehmer dieser Angelveranstaltung gestellt.

Laut Medienberichten fingen 15 Erwachsene und 30 Kinder "etliche Fische". PETA sieht in dieser Veranstaltung einen Verstoß gegen § 17 des Tierschutzgesetzes, denn die Tötung der Tiere erfolgte ohne einen gerechtfertigten Grund im Sinne des Gesetzes. Laut Kommentar zum Tierschutzgesetz muss der alleinige Grund des Angelns im Nahrungserwerb liegen. Bei dieser Veranstaltung hingegen habe es sich um eine reine Werbemaßnahme des Vereins gehandelt.
Die Tierrechtsorganisation verweist in ihrer Anzeige darauf, dass die Fische unnötig gequält und ihnen länger anhaltende Schmerzen und Leiden zugefügt worden seien, auch, da die Kinder laut Berichten teils viel Mühe hatten, die Fische in den Kescher zu bekommen. Hierbei handle es sich, so PETA, um einen Verstoß gegen § 17 Nr. 2b des Tierschutzgesetzes, demzufolge es verboten ist, einem Wirbeltier länger anhaltende Schmerzen und Leiden zuzufügen. Insgesamt werde es als unglaubwürdig angesehen, ein Schnupperfischen mit Nahrungserwerb zu begründen. Bereits im Jahr 2001 konnte sich PETA gegenüber dem Verband Deutscher Sportfischer mit der Auffassung vor dem Landgericht Stuttgart durchsetzen, dass Angeln als Freizeitvergnügen die Empfindungslosigkeit und die Ignoranz gegenüber dem Leben verstärke und damit zur Verrohung der Gesellschaft beitrage. (Rechtskräftiges Urteil des LG Stuttgart v. 29.11.2001, Az.: 17 0 457/01).
„Könnten Fische ihre Schmerzen durch laute Schreie ausdrücken, würde niemand mehr behaupten, Angeln sei eine Freizeitbeschäftigung für Kinder“, so Dr. Tanja Breining, Fachreferentin für Fische und Meerestiere bei PETA. „Kinder zum ‚Angeln‘ zu verleiten, ist herz- und respektlos – sowohl gegenüber den Kindern als auch gegenüber Fischen."
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