Kündigung spaltet den Klub
1860‑Investor Ismaik lässt Vertrag juristisch prüfen

Hasan Ismaik empfindet nach eigener Aussage «große Traurigkeit». (Archivbild) | Foto: Felix Hörhager/dpa
  • Hasan Ismaik empfindet nach eigener Aussage «große Traurigkeit». (Archivbild)
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München (dpa/ak) – Beim TSV 1860 München reißen die Turbulenzen nach dem Abstieg in die Regionalliga nicht ab. Einen Tag nach der Entscheidung des Stammvereins, den seit 15 Jahren bestehenden Kooperationsvertrag zu kündigen, kündigte Investor Hasan Ismaik an, diesen Schritt rechtlich überprüfen zu lassen. In der Süddeutschen Zeitung erklärte er, der Verein müsse selbst beurteilen, welchen Weg er für richtig halte. Man werde die Kündigung jedoch „sorgfältig und unter rechtlichen Gesichtspunkten prüfen“ und dabei alle vertraglichen Rechte wahren.

Für Ismaik bedeutet die Trennung mehr als eine formale Entscheidung. Er sprach von einer „fünfzehnjährigen Reise“, die ohne das nötige Vertrauen und ohne eine tragfähige Zusammenarbeit zu Ende gegangen sei. Der Stammverein hatte am Donnerstagabend den Schlussstrich gezogen, um den Neustart in der Regionalliga Bayern eigenständig zu organisieren. Das Spielrecht liegt beim Verein, der sich damit von der jahrelangen Abhängigkeit lösen will.

Der Weg dorthin ist allerdings steinig. Viele Verträge verlieren durch den Abstieg ihre Grundlage oder müssen neu verhandelt werden. Der Hauptsponsor hat sich zurückgezogen, das Image ist beschädigt, und zahlreiche Fans geben bereits ihre Drittliga‑Dauerkarten zurück. Auch finanziell bleibt die Lage angespannt: Durch das Sonderkündigungsrecht des Sponsors fehlen rund 2,7 Millionen Euro – eine Summe, die zuletzt für die Lizenz in der 3. Liga notwendig gewesen wäre. Eine Insolvenz ist damit weiterhin nicht ausgeschlossen.

Von Aufbruchstimmung, wie sie nach dem Absturz 2017 kurzzeitig entstanden war, ist diesmal wenig zu spüren. Hoffnung könnte allenfalls ein Verkauf von Ismaiks Anteilen und der Einstieg eines neuen Geldgebers bringen. Konkrete Hinweise darauf gibt es bislang jedoch nicht.

Autor:

Arthur Kreklau aus Fürth

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