Abschied mit Stil
„Downton Abbey – Das große Finale“ im Kino
- Für «Downton Abbey: The Grand Finale» wurde noch mal alles aufgefahren. (Archivbild)
- Foto: Millie Turner/Invision/AP/dpa
- hochgeladen von Arthur Kreklau
MÜNCHEN (dpa/ak) – Ein letztes Mal öffnet sich das Tor zum herrschaftlichen Anwesen der Crawleys: Mit „Downton Abbey – Das große Finale“ verabschiedet sich eine der beliebtesten Serienproduktionen der letzten Jahre von der Leinwand. Der neue Kinofilm, der nun auch in den lokalen Kinos zu sehen ist, bringt noch einmal alles mit, was die Fans seit 2010 lieben gelernt haben – Glamour, Drama und eine ordentliche Portion Nostalgie.
Die Geschichte rund um Lord Grantham und seine Familie, ebenso wie die treue Dienerschaft, wurde über sechs Staffeln und zwei Filme hinweg erzählt. Nun folgt der dritte und wohl letzte Teil, der nicht nur mit einem opulenten Set-Design und einem hochkarätigen Ensemble aufwartet, sondern auch mit einem emotionalen Abschied. Besonders spürbar ist die Lücke, die Maggie Smith hinterlässt. Die Schauspielerin, die 2024 verstarb, prägte die Serie als scharfzüngige Violet Crawley – ihr Tod markiert im Film den Beginn eines Umbruchs.
Im Jahr 1930 ist die Welt im Wandel. Die alten gesellschaftlichen Strukturen bröckeln, und auch die Crawleys müssen sich der neuen Zeit stellen. Finanzielle Sorgen plagen das Anwesen, nicht zuletzt durch die Eskapaden von Harold, dem Bruder von Cora Crawley. Gleichzeitig steht ein Generationenwechsel bevor: Butler Carson denkt an den Ruhestand, Mrs. Patmore ebenso, und Tochter Mary sorgt mit ihrer Scheidung für einen Skandal in der britischen Upper Class.
Regisseur Simon Curtis gelingt es, die vielen Handlungsstränge zu einem stimmigen Ganzen zu verweben. Anders als der Vorgängerfilm „Eine neue Ära“, der sich in Nebensächlichkeiten verlor, konzentriert sich „Das große Finale“ auf die zentralen Figuren und deren Entwicklung. Bekannte Gesichter wie Daisy, Mrs. Hughes, Anna und John Bates oder Thomas Barrow kehren zurück – letzterer hat sein Leben als Butler gegen den Glamour Hollywoods eingetauscht.
Der Film lebt von seinen starken Dialogen und der emotionalen Tiefe. Julian Fellowes, der Schöpfer der Serie, erzählt mit viel Feingefühl vom Abschied und vom Aufbruch. Besonders berührend sind die Szenen, in denen Lady Merton für gesellschaftliche Öffnung kämpft – sehr zum Unmut des konservativen Sir Hector, der kaum Luft bekommt angesichts so viel Fortschrittsdrang.
Auch für die jüngeren Figuren eröffnen sich neue Perspektiven. Daisy, lange Zeit in der Küche tätig, darf endlich träumen. Und Lord Grantham steht vor der Entscheidung, ob er Mary die Führung der Familie überlassen kann – einer Frau, die nicht nur klug, sondern auch geschieden ist.
„Downton Abbey – Das große Finale“ ist ein Film, der berührt und bewegt. Er zeigt, dass Wandel nicht Bruch bedeutet, sondern eine Chance für Treue zu sich selbst. Und obwohl Serienschöpfer Fellowes betont, dass sich die Geschichte nun rund anfühlt, lässt er ein Türchen offen: Vielleicht kehrt Downton Abbey eines Tages in neuer Form zurück. Denn wie Fellowes sagt – man sollte niemals nie sagen.
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