Kurioser Brauch auf Tasmanien
3.000 Nackte feiern Wintersonnenwende in Hobart
- Etwa 3.000 Menschen stürzten sich splitterfasernackt in die Fluten.
- Foto: Ethan James/AAP/dpa
- hochgeladen von Arthur Kreklau
Hobart/Tasmanien (dpa/ak) – In Hobart hat die Wintersonnenwende erneut ein ungewöhnliches Bild geboten. Rund 3.000 Menschen stürzten sich am frühen Morgen nackt in den River Derwent – bei vier Grad Lufttemperatur und etwa zwölf Grad kaltem Wasser. Der sogenannte Dark‑Mofo‑Solstice‑Swim gehört seit Jahren zum festen Programm des gleichnamigen Kunst- und Kulturfestivals und zieht inzwischen Teilnehmer aus ganz Tasmanien an.
Viele der Schwimmer versammelten sich noch vor Sonnenaufgang am Long Beach. Zunächst in Jacken und Handtücher gehüllt, entkleideten sie sich gemeinsam und rannten ins Wasser. Der australische Wetterdienst sprach von einer gefühlten Temperatur von minus einem Grad. Trotz der Kälte herrschte ausgelassene Stimmung.
Das Nacktbaden bildet traditionell den Abschluss des zweiwöchigen Festivals Dark Mofo, das für provokante und experimentelle Kunstaktionen bekannt ist. Als der Brauch 2013 eingeführt wurde, registrierten sich rund 200 Menschen. Heute sind die Plätze regelmäßig schnell vergeben, und auch die Polizei, die das Event anfangs kritisch sah, betrachtet es inzwischen als etablierten Bestandteil des Programms.
Unter den Teilnehmenden war in diesem Jahr auch eine 96‑Jährige, die seit Jahren mitschwimmt und von einem Gefühl der Euphorie sprach. Viele Erstteilnehmer berichteten von einem kräftigen Adrenalinschub und einem starken Gemeinschaftserlebnis. Nach dem eisigen Bad machten sich die meisten durchgefroren, aber zufrieden auf den Heimweg – in dem Wissen, dass die Tage auf der Südhalbkugel nun wieder länger werden.
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