Schauspieler kontra Präsident
Clooney kontert Trumps Spott
- Hollywoodstar George Clooney ist nicht um eine Antwort verlegen, wenn der US-Präsident gegen ihn schießt. (Archivbild)
- Foto: Aaron Favila/AP/dpa
- hochgeladen von Arthur Kreklau
LOS ANGELES (dpa/ak) – George Clooney ist vieles gewohnt, aber die jüngsten Attacken aus dem Weißen Haus wollte der 64‑jährige Hollywoodstar nicht unkommentiert lassen. Nachdem US‑Präsident Donald Trump ihn zum Jahreswechsel öffentlich als „Durchschnittstyp mit mittelmäßigen Filmen“ abqualifiziert hatte, reagierte Clooney nun mit einer bemerkenswert politischen Ansage.
In einer Erklärung, die mehreren US‑Medien am Donnerstagabend (Ortszeit) vorlag, griff Clooney Trumps eigenen Slogan auf – allerdings mit deutlicher Spitze: „Ich gebe dem aktuellen Präsidenten vollkommen recht. Wir müssen Amerika wieder großartig machen. Wir fangen im November damit an.“ Der Zeitpunkt der Bemerkung lässt kaum Zweifel daran, dass Clooney auf die anstehenden Kongresswahlen anspielt.
Trump hatte Clooney zuvor auf seiner Plattform Truth Social attackiert. Auslöser war die Nachricht, dass der Schauspieler inzwischen auch die französische Staatsbürgerschaft besitzt. Das veranlasste den Präsidenten zu der Behauptung, Clooney sei „überhaupt kein Filmstar“, sondern lediglich jemand, der sich ständig über politischen „gesunden Menschenverstand“ beschwere. Die Kritik traf einen Mann, der sich seit Jahren offen politisch äußert und im Wahlkampf 2024 die demokratische Kandidatin Kamala Harris unterstützt hatte.
Clooney und Trump kennen sich seit Langem, und der Schauspieler schilderte kürzlich im Magazin „Variety“, dass das Verhältnis früher deutlich entspannter gewesen sei. Trump habe ihn regelmäßig angerufen und sogar versucht, ihm einen Platz bei einem Rückenchirurgen zu organisieren. Man sei sich häufig in Clubs und Restaurants begegnet. „Er ist ein großer Quatschkopf. Nun ja, das war er. Das hat sich alles geändert“, sagte Clooney.
Im November stehen in den USA die sogenannten Midterms an. Dann werden alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus und rund ein Drittel der Senatssitze neu vergeben. Derzeit verfügen die Republikaner in beiden Kammern über knappe Mehrheiten, was dem Präsidenten erheblichen politischen Spielraum verschafft. Clooneys Replik dürfte daher nicht nur als persönliche Antwort verstanden werden, sondern auch als Signal an jene Wählerinnen und Wähler, die auf einen politischen Kurswechsel hoffen.
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