Protest gegen Sparkurs
IG Metall mobilisiert Mercedes-Beschäftigte bundesweit
- Beschäftigte von Mercedes-Benz machen mobil gegen die Sparpläne des Vorstands. (Archivbild)
- Foto: Marijan Murat/dpa
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Stuttgart (dpa/ak) – Mercedes-Benz steht am Freitag im Mittelpunkt eines groß angelegten Aktionstags: Die IG Metall ruft Beschäftigte an zahlreichen Standorten zu Protesten gegen den verschärften Sparkurs des Autobauers auf. Vor den Werkstoren in Sindelfingen und Untertürkheim sollen Kundgebungen stattfinden, weitere Aktionen sind in Rastatt, Kuppenheim, Bremen, Berlin, Hamburg und Germersheim geplant. In Düsseldorf wird Gewerkschaftschefin Christiane Benner sprechen.
Die Gewerkschaft sieht den Protest als Auftakt für einen „heißen Sommer und Herbst“ in der gesamten Autobranche. Sie wirft Herstellern und Zulieferern vor, weiterhin auf Stellenabbau und Verlagerungen zu setzen. Rund 50.000 Arbeitsplätze seien im vergangenen Jahr in der Industrie weggefallen, heißt es. Die Beschäftigten treffe keine Schuld an der schwierigen Lage, betont die IG Metall.
Mercedes-Benz verweist auf die angespannte wirtschaftliche Situation. Ein Sprecher erklärte, man nehme Sorgen ernst und informiere die Belegschaft frühzeitig und transparent. Der Betriebsrat sei über die geplanten Aktionen unterrichtet worden.
In einem Schreiben an die Beschäftigten hatte der Vorstand zuletzt angekündigt, die Kosten weiter senken zu müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Lage in Deutschland sei „dramatisch“. Etwa 90.000 der rund 108.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhalten deshalb im Juli nicht wie vorgesehen die tarifliche Sonderzahlung. Der sogenannte Transformationsbaustein – 18,4 Prozent des individuellen Monatsentgelts – wird auf das kommende Jahr verschoben. In wirtschaftlichen Krisen kann diese Zahlung laut IG Metall ausgesetzt oder verschoben werden.
Zudem kündigte das Unternehmen an, Prozesse zu beschleunigen und Strukturen zu verschlanken. Die Arbeitsstunde müsse günstiger werden. In den kommenden Wochen will das Management mit dem Betriebsrat über eine mögliche Verlängerung der Arbeitszeit ohne Lohnausgleich sprechen. Derzeit gilt im Tarifvertrag eine 35-Stunden-Woche.
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