Vertrauen in den Staat, wenig Spielraum zum Sparen
Jüngere Generation setzt auf die Staatliche Rente
- Private Vorsorge ist ein wichtiger Baustein für den Ruhestand. (Symbolbild)
- Foto: Fernando Gutierrez-Juarez/dpa
- hochgeladen von Arthur Kreklau
Frankfurt/Köln (dpa/ak) –Trotz anhaltender Debatten über die Zukunft der gesetzlichen Rente setzen viele Menschen in Deutschland weiterhin auf den Staat. In einer aktuellen Befragung des Instituts YouGov im Auftrag des Versicherungskonzerns Axa gaben 35 Prozent der 2.044 Erwachsenen an, die Hauptverantwortung für eine ausreichende Altersvorsorge liege beim Staat. Unter den 18‑ bis 24‑Jährigen teilt sogar jede und jeder Zweite diese Erwartung.
Aus Sicht von Karsten Dietrich, Vorstand Personenversicherung bei Axa Deutschland, trifft diese Haltung ausgerechnet jene Generation, die später besonders stark von einer sinkenden gesetzlichen Rente betroffen sein wird. Sie müsse länger arbeiten und mit geringeren Leistungen auskommen, so Dietrich. Eine Reform werde daran grundsätzlich wenig ändern. Immerhin sagen 51 Prozent der Befragten, dass sie sich nicht allein auf die gesetzliche Rente verlassen wollen.
Gleichzeitig erschweren die Preissteigerungen der vergangenen Jahre den Aufbau privater Rücklagen. Energie und Lebensmittel belasten viele Haushalte so stark, dass weniger Geld für langfristiges Sparen bleibt. Der Anteil derjenigen, die wegen gestiegener Kosten weniger für das Alter zurücklegen können, ist laut Axa‑Erhebungen von 32 Prozent im Jahr 2023 auf 41 Prozent im März 2026 gestiegen. Die Hälfte der Bevölkerung würde gerne mehr sparen, sieht dafür aber keinen finanziellen Spielraum.
Ab Januar sollen neue staatlich geförderte Modelle den Einstieg in die private Vorsorge erleichtern. Vorgesehen ist ein Altersvorsorgedepot, das private und staatliche Bausteine kombiniert. Zudem sollen Kinder und Jugendliche mit einer sogenannten Frühstart‑Rente ein Startkapital für ihre spätere Absicherung erhalten.
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