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Was die Winterspiele in Norditalien prägt
Olympiade in Mailand und Cortina

Bereit für Olympia: Am Freitag beginnen die Winterspiele. | Foto: Peter Kneffel/dpa
  • Bereit für Olympia: Am Freitag beginnen die Winterspiele.
  • Foto: Peter Kneffel/dpa
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Mailand (dpa,ak) – Vier Jahre nach den stillen, pandemiegeprägten Winterspielen von Peking kehrt die olympische Atmosphäre mit voller Wucht zurück. In Mailand und Cortina d’Ampezzo entsteht ein Großereignis, das in mehrfacher Hinsicht Neuland betritt und zugleich alte Debatten neu entfacht.

Zum ersten Mal teilen sich zwei Städte offiziell die Gastgeberrolle – und doch greift diese Bezeichnung zu kurz. Die Wettbewerbe verteilen sich über rund 22.000 Quadratkilometer und machen die Spiele zu den ersten dezentral organisierten Winterspielen der Geschichte. Während die alpinen Skirennfahrerinnen in Cortina antreten, starten die Männer im 300 Kilometer entfernten Bormio. Auch die großen Momente der Spiele finden an ungewöhnlichen Orten statt: Die Eröffnungsfeier steigt im legendären San-Siro-Stadion, das Finale in der Arena von Verona. Rund 90 Prozent der Sportstätten waren bereits vorhanden oder wurden nur temporär errichtet.

Begleitet wird das Großprojekt von einer anhaltenden Kontroverse. Besonders der Neubau der Bob- und Rodelbahn in Cortina sorgte für jahrelange Diskussionen. Das IOC hatte empfohlen, die Wettbewerbe aus Kostengründen ins Ausland zu verlegen, etwa nach Innsbruck oder St. Moritz. Die italienische Regierung entschied sich dennoch für einen Neubau, dessen Kosten inzwischen bei 120 Millionen Euro liegen. Kritiker bemängeln den Eingriff in die Natur und die unklare Zukunft der Anlage nach den Spielen.

Gleichzeitig gelten die Spiele als wichtiger Baustein der IOC-Strategie «Agenda 2020+5», die auf Nachhaltigkeit und die Nutzung bestehender Infrastruktur setzt. Italien dient dabei als Modell für künftige Austragungen. Auch die französischen Alpen sollen 2030 auf ein weit verzweigtes Konzept setzen, bevor 2034 in Salt Lake City wieder kompakter geplant wird.

Finanziell bewegen sich die Organisatoren in großen Dimensionen. Die operativen Kosten werden mit rund 1,7 Milliarden Euro angegeben und sollen durch Sponsoren, Ticketverkäufe und IOC-Beiträge gedeckt werden. Für Sicherheit und Infrastruktur kommt der italienische Staat auf, der diese Posten auf etwa 3,5 Milliarden Euro beziffert.

Ein besonderes Augenmerk gilt der Eröffnungsfeier am Freitagabend um 20 Uhr im Giuseppe-Meazza-Stadion. Die Dezentralität der Spiele spiegelt sich auch in der Show wider, die gleichzeitig in Mailand, Cortina, Bormio und Predazzo stattfindet. Das Leitmotiv «Harmonie» soll die Verbindung zwischen urbanem Raum und alpiner Landschaft hervorheben. Musikalisch setzen Andrea Bocelli, Mariah Carey und Lang Lang Akzente. Das olympische Feuer wird erstmals an zwei Orten gleichzeitig entzündet.

Sportlich treten rund 2.900 Athletinnen und Athleten aus 90 Nationen an. Der Frauenanteil steigt auf 47 Prozent, so hoch wie nie zuvor. Mit 116 Entscheidungen wird ein neuer Rekord aufgestellt, darunter 50 reine Frauenwettbewerbe.

Auch das Programm selbst verändert sich. Skibergsteigen feiert seine olympische Premiere mit Sprintwettbewerben für Männer und Frauen sowie einer Mixed-Staffel. Im Rodeln kommt erstmals ein Frauen-Doppelsitzer hinzu, im Skeleton ein Mixed-Team-Wettbewerb. Die Skispringerinnen dürfen nun auch von der Großschanze starten, während bei den Männern das Super-Team-Format das bisherige Team-Springen ersetzt. Im Freestyle wird die Doppel-Buckelpiste eingeführt, im alpinen Bereich ersetzt eine neue Team-Kombination das bisherige Parallel-Event und die Einzel-Kombination.

Für das Publikum zu Hause bleibt die Übertragung gewohnt breit aufgestellt. ARD und ZDF berichten im Fernsehen und online, Eurosport sendet ebenfalls im TV und über die Plattform Discovery+.

Autor:

Arthur Kreklau aus Fürth

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