Kabinengewerkschaft bricht Verhandlungen ab
Tarifstreit bei Lufthansa spitzt sich zu

Tarifärger auch beim Kabinenpersonal für Deutschlands größter Fluggesellschaft.  | Foto: (Archivbild)Sven Hoppe/dpa
  • Tarifärger auch beim Kabinenpersonal für Deutschlands größter Fluggesellschaft.
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FRANKFURT (dpa/AK) – Die Spannungen zwischen der Lufthansa und ihren Beschäftigten nehmen weiter zu. Nachdem bereits die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) eine Urabstimmung über mögliche Streiks eingeleitet hat, meldet sich nun auch die Kabinengewerkschaft Ufo mit einer deutlichen Botschaft: Die Gespräche mit der Konzernführung seien gescheitert.

Wie Ufo-Vorsitzender Joachim Vázquez Bürger mitteilte, habe die Gewerkschaft seit März dieses Jahres versucht, mit der Lufthansa eine tarifliche Gesamtlösung für das Kabinenpersonal zu erarbeiten. Betroffen sind neben der Lufthansa selbst auch deren Tochtergesellschaften Lufthansa CityLine, Lufthansa City Airlines und Discover Airlines. Doch statt Fortschritten habe es laut Bürger nur Blockade gegeben. Die Lufthansa verweigere sich dem Dialog, gefährde gut bezahlte Arbeitsplätze und halte an „inakzeptablen Arbeits- und Vergütungsbedingungen“ bei den neu gegründeten Airlines fest.

„Nun bleibt uns nur, klassische Gewerkschaftsarbeit zu machen: Airline für Airline, Tarifvertrag für Tarifvertrag“, erklärte Bürger. Damit zeichnet sich eine zähe Auseinandersetzung ab, die nicht nur die Verhandlungsparteien, sondern auch die Passagiere betreffen könnte.

Parallel dazu läuft bei den Piloten bereits eine Urabstimmung über mögliche Streiks. Seit Freitag sind rund 4.800 Pilotinnen und Piloten der Lufthansa-Kerngesellschaft sowie der Frachttochter Lufthansa Cargo dazu aufgerufen, bis zum 30. September über einen Arbeitskampf abzustimmen. Hintergrund sind Forderungen der Vereinigung Cockpit nach höheren Arbeitgeberbeiträgen zu den Betriebsrenten und Übergangsversorgungen.

Die Lufthansa sieht sich damit gleich an mehreren Fronten mit tarifpolitischem Gegenwind konfrontiert. Sollte es zu Arbeitsniederlegungen kommen, droht dem Konzern eine neue Welle von Streiks – mit potenziell weitreichenden Folgen für den Flugverkehr und die Kunden.

Autor:

Arthur Kreklau aus Fürth

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