Bahn verliert Vertrauen
Umfrage zeigt deutliche Zurückhaltung bei Zugfahrten
- Die chronischen Pannen bei der Bahn haben Auswirkungen: Laut einer Umfrage meiden viele Menschen die Züge. (Symbolbild)
- Foto: Annette Riedl/dpa
- hochgeladen von Arthur Kreklau
Coburg (dpa/ak) – Die anhaltenden Probleme im deutschen Bahnverkehr hinterlassen Spuren im Mobilitätsverhalten. Laut der aktuellen Mobilitätsstudie der HUK Coburg versucht mehr als ein Drittel der Befragten, Zugfahrten möglichst zu vermeiden. Grund dafür sind vor allem Verspätungen und technische Pannen, die den Alltag vieler Reisender prägen. Weitere 26 Prozent planen wichtige Termine nicht mehr mit der Bahn ein, um Ausfälle oder Verzögerungen zu umgehen. Ein gutes Viertel kalkuliert inzwischen größere Zeitpuffer ein.
Für die repräsentative Erhebung befragte das Institut Yougov im Januar und Februar insgesamt 4.114 Menschen ab 16 Jahren. Auswirkungen der jüngsten Benzinpreissteigerungen infolge des Iran‑Kriegs sind daher nicht berücksichtigt.
Trotz aller Diskussionen bleibt das Auto das bevorzugte Verkehrsmittel. 76 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass es auch in den kommenden fünf Jahren ihre Anforderungen am besten erfüllt – unabhängig vom Antrieb. Deutlich dahinter folgen Bahn, Tram und S‑Bahn sowie Bus, die jeweils nur von rund einem Sechstel beziehungsweise einem Achtel der Teilnehmenden genannt wurden. Das Fahrrad erreicht mit 16 Prozent einen ähnlich hohen Wert wie die Bahn und liegt damit vor Teilen des öffentlichen Nahverkehrs.
Gleichzeitig zeigt die Studie, dass viele Menschen Verbesserungen im ÖPNV befürworten. Rund zwei Drittel sprechen sich für kostenlosen Nahverkehr aus, ebenso viele wünschen sich dichtere Takte bei Bus und Bahn.
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