Druck auf Teheran wächst
Waffenruhe droht zu zerbrechen
- Trump will dem Iran Berichten zufolge nur noch wenige Tage Zeit für einen Vorschlag geben.
- Foto: Alex Brandon/AP/dpa
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Teheran/Washington (Lars Nicolaysen/dpa/ak) – Die Bemühungen um eine Verlängerung der Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran geraten ins Stocken. Nach übereinstimmenden Medienberichten drängt US‑Präsident Donald Trump auf einen raschen Vorschlag Teherans zur Beendigung des Krieges. In der iranischen Führung stößt dieser Zeitplan jedoch auf Ablehnung. Dort verweist man auf die anhaltende Blockade der Straße von Hormus und sieht sich in einer Position, die wirtschaftlichen Druck ausüben kann. Mehrere Staaten, darunter die Türkei, Pakistan und Ägypten, versuchen nach Angaben des *Wall Street Journal*, noch in dieser Woche ein neues Treffen zu ermöglichen.
Trump hatte die Waffenruhe erst am Dienstag um wenige Tage verlängert. Offiziell gibt es keine Frist, doch das Weiße Haus betont, dass der Präsident den zeitlichen Rahmen bestimme. In Teheran weist man diese Darstellung zurück. Ein Berater des Parlamentspräsidenten Mohammed Bagher Ghalibaf erklärte, die „Verliererseite“ könne keine Bedingungen diktieren.
Währenddessen hält der Iran an seiner Gegenblockade fest. Angriffe auf Frachter in der Meerenge hätten gezeigt, dass Teheran die Passage weiterhin beeinflussen könne, schrieb die *New York Times*. Das Weiße Haus wiederum spielt die Bedeutung der Vorfälle herunter und verweist darauf, dass Irans Marine weitgehend ausgeschaltet sei. Die USA bestehen weiterhin auf der Öffnung der Meerenge als Voraussetzung für eine dauerhafte Waffenruhe und setzen ihre Seeblockade fort, die Schiffe mit Verbindung zu iranischen Häfen betrifft.
Fachleute sehen die Lage zunehmend als wirtschaftlichen Machtkampf. Richard Fontaine vom Center for a New American Security spricht von einer „Blockade gegen Blockade“, die sich auf die Straße von Hormus konzentriere. Die Entziehung von Öleinnahmen treffe die Revolutionsgarden empfindlich, während der Iran seinerseits auf die Belastbarkeit der Weltwirtschaft setze. Der Experte Danny Citrinowicz warnt, dass zusätzlicher Druck allein kaum zu Zugeständnissen führen werde. Vielmehr stehe Washington vor der Entscheidung zwischen Eskalation und politischen Kompromissen.
In Teheran verweist der regierungsnahe Sender Press TV darauf, dass das Land seit Jahrzehnten unter Sanktionen überlebt habe. Gespräche werde es demnach nicht geben, solange die Atomfrage auf dem Tisch liege. Israel, das gemeinsam mit den USA den Krieg am 28. Februar begonnen hatte, fordert hingegen Sicherheitsgarantien und sieht nach Einschätzung seiner Regierung wenig Aussicht auf eine Einigung.
Parallel dazu laufen in Washington Gespräche zwischen Israel und dem Libanon über den Konflikt mit der Hisbollah. Die libanesische Regierung drängt auf eine dauerhafte Lösung und den Abzug israelischer Truppen aus dem Süden des Landes. Trotz der seit Freitag geltenden Waffenruhe kam es im Grenzgebiet erneut zu tödlichen Zwischenfällen. Eine Journalistin der Hisbollah-nahen Zeitung *Al Achbar* wurde bei einem israelischen Luftangriff getötet. Vertreter der Miliz erklärten inzwischen, man fühle sich an die Waffenruhe nicht mehr gebunden.
Unklar bleibt, ob die Vereinbarung zwischen Washington und Teheran auch für den Libanon gilt. Während der Iran dies bejaht, widersprechen die USA und Israel. Die US‑Botschaft in Beirut rät ihren Staatsbürgern inzwischen dringend zur Ausreise, da sich die Sicherheitslage jederzeit verändern könne.
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