Fürths Lebenshilfe ehrt ihren Wegbegleiter
Goldene Ehrennadel für Dr. Thomas Jung
- Robert Wäger (re.), Vorstandsmitglied der Bundesvereinigung Lebenshilfe überreicht die Goldene Ehrennadel an Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung (li.). Er steht seit 30 Jahren als erster Vorsitzende der Lebenshilfe Fürth vor.
- Foto: Lebenshilfe Fürth e.V.
- hochgeladen von Arthur Kreklau
Fürth (pm/ak) – Die Lebenshilfe Fürth würdigt eine Persönlichkeit, die den Verein über drei Jahrzehnte hinweg geprägt hat. Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung erhält die Goldene Ehrennadel der Bundesvereinigung Lebenshilfe – eine Auszeichnung, die sein langjähriges Engagement für Inklusion und Teilhabe in der Kleeblattstadt hervorhebt. Seit 30 Jahren steht Jung an der Spitze des Aufsichtsrates und hat in dieser Zeit maßgeblich dazu beigetragen, dass Menschen mit Behinderung in Fürth selbstverständlich zur Stadtgesellschaft gehören.
Jung selbst beschreibt die Arbeit mit Menschen mit Handicap als persönliche Bereicherung. Ehrlichkeit, Direktheit und Freundlichkeit seien Eigenschaften, die ihm in all den Jahren viel zurückgegeben hätten. Besonders hebt er die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Vorstand und Geschäftsführung der Lebenshilfe hervor, die ihn über drei Jahrzehnte begleitet hat.
Unter seiner Mitwirkung entstand ein breites Netz an Einrichtungen, das Menschen mit Behinderung durch alle Lebensphasen begleitet. Der Sternstunden-Kindergarten eröffnete 1998, ein Jahr später folgten die erste Förderstätte für Erwachsene mit komplexem Assistenzbedarf und die Gründung der Stiftung Lebenshilfe Fürth. In den folgenden Jahren kamen zentrale Einrichtungen hinzu: die Wohnstätte in der Fronmüllerstraße, das Wohnpflegeheim, das Sonderpädagogische Förderzentrum in Oberasbach, die Heilpädagogische Tagesstätte am Förderzentrum Süd, die Wohnstätte am Marsweg, die inklusive Kinderkrippe sowie der neue Standort der Dambacher Werkstätten auf der Hardhöhe. Ergänzt wird dieses Angebot durch ambulant begleitete Wohngruppen – ein Gesamtkonzept aus Wohnen, Arbeiten, Fördern und Begegnung.
Jung setzte zudem Impulse für Projekte, die weit über Fürth hinausstrahlen. Mit „Berufung Musiker“ entstand 2009 eine zweijährige musikalische Ausbildung für Menschen mit Behinderung, aus der inklusive Bands wie „Vollgas“ hervorgingen. Sie traten unter anderem im Bayerischen Landtag und im Bundestag auf. Auch das Café SAMOCCA, heute als Ludwigscafé am Bahnhofsplatz bekannt, wurde unter seiner Mitwirkung zu einem Leuchtturmprojekt. Zusammen mit dem Mittagsrestaurant im Finanzamt zeigt es, wie Inklusion mitten im Alltag sichtbar und erlebbar wird.
Die Vereinskultur der Lebenshilfe trägt ebenfalls seine Handschrift. Inklusionspreis, Mitgliederforen und Familiengottesdienste stärken die Identifikation mit dem Verein. Mit dem Aktionsplan „Fürth Für Alle“ wurden die Belange von Menschen mit Behinderung dauerhaft in der Stadt verankert. Jung engagierte sich zudem für die Sensibilisierung der Öffentlichkeit, für Netzwerke mit sozialen Organisationen und für konkrete Verbesserungen der Teilhabe in Stadt und Landkreis.
Heute ist die Lebenshilfe Fürth ein bedeutendes Sozialunternehmen mit mehr als 600 Mitarbeitenden in 18 Einrichtungen. Rund 1.500 Kinder, Jugendliche und Erwachsene werden dort begleitet. Auch wirtschaftlich zeigt sich die Entwicklung deutlich: Der Umsatz des Vereins und seiner Tochtergesellschaften stieg von 21 Millionen D-Mark im Jahr 1995 auf über 35 Millionen Euro im Jahr 2024.
Was Jung auszeichnet, ist nicht allein das, was entstanden ist, sondern die Art, wie es entstanden ist. Lösungsorientiert, pragmatisch, zugewandt und stets mit Blick auf das Machbare – so beschreiben Wegbegleiter seinen Stil. Zielstrebigkeit, Bürgernähe und Verlässlichkeit machen ihn zu einer prägenden Persönlichkeit der Lebenshilfe Fürth.
Nach 30 Jahren an entscheidender Stelle steht fest: Dr. Thomas Jung hat die Teilhabe von Menschen mit Behinderung in Fürth nachhaltig gestärkt. Die Goldene Ehrennadel würdigt ein Wirken, das die Stadt über Jahrzehnte geprägt hat.
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