Neues Verfahren im Klinikum Fürth
Unit-Dose-System soll Arzneimitteltherapie sicherer machen
- v.l.n.r.: Markus Braun (Bürgermeister), Dr. Barbara Pfistermeister (Chefapothekerin), Dr. Alexander Mohr (Vorstand), Uwe Schmid (Projektleiter), Jochen Schams (Leitung Geschäftsbereich Bau & Technik).
- Foto: Klinikum Fürth
- hochgeladen von Arthur Kreklau
Fürth (pm/ak) – Das Klinikum Fürth stellt seine Medikamentenversorgung auf ein neues Fundament. Mit der Einführung der sogenannten Unit-Dose-Versorgung setzt die Krankenhausapotheke künftig auf ein digital gesteuertes, weitgehend automatisiertes Verfahren, das die Arzneimitteltherapie für Patientinnen und Patienten sicherer und zugleich effizienter machen soll.
Kern des Systems ist die patientenindividuelle Bereitstellung der Medikamente. Auf Grundlage der elektronischen Patientenakte werden Tabletten und Kapseln entsprechend der ärztlichen Verordnung automatisch zusammengestellt, einzeln verpackt und eindeutig gekennzeichnet. Jede Verordnung wird zuvor von Apothekerinnen und Apothekern geprüft – auf Dosierung, mögliche Wechselwirkungen und Verträglichkeit. Eventuelle Unklarheiten klären sie direkt mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten. Erst danach übernimmt die Maschine die Verpackung in kleine, beschriftete Tütchen, die zusätzlich durch ein optisches Kontrollsystem überprüft werden.
Für Chefapothekerin Dr. Barbara Pfistermeister ist das ein entscheidender Fortschritt. Die Kombination aus digitaler Verordnung, pharmazeutischer Kontrolle und technischer Überwachung erhöhe die Sicherheit deutlich, sagt sie. Jede Patientin und jeder Patient erhalte genau die Medikamente, die benötigt werden – nicht mehr und nicht weniger.
Auch auf den Stationen wird sich der Alltag verändern. Das zeitintensive manuelle Stellen der Medikamente entfällt weitgehend, die Lagerhaltung schrumpft, weil die Apotheke bedarfsgerecht liefert. Das entlastet die Pflegekräfte und schafft mehr Zeit für die direkte Betreuung.
Neben der höheren Sicherheit bringt das neue Verfahren ökologische Vorteile. Durch größere Verpackungseinheiten und die gezielte Abgabe sinkt die Menge an Müll, zudem lassen sich die verwendeten Materialien besser recyceln als herkömmliche Arzneimittelverpackungen.
Die Einführung erfolgt schrittweise in den verschiedenen Bereichen des Klinikums. Langfristig soll ein Großteil der Stationen mit dem System arbeiten. Für das Klinikum Fürth ist die Umstellung ein weiterer Baustein, um moderne Technologien gezielt einzusetzen und die Versorgungsqualität im Klinikalltag weiter zu verbessern.
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