Bevölkerung in Bayern schrumpft
Geburtendefizit erreicht Rekordhöhe
- Im ersten Halbjahr wurden in Bayern weniger Kinder geboren. (Illustration)
- Foto: Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa
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FÜRTH (dpa/ak) – Ein Trend, der über Jahrzehnte hinweg als verlässlich galt, ist ins Wanken geraten: Die Bevölkerung Bayerns ist im ersten Halbjahr 2025 erstmals seit Langem wieder geschrumpft. Nach vorläufigen Zahlen des Bayerischen Landesamts für Statistik lebten zum Stichtag 30. Juni insgesamt 13.246.222 Menschen im Freistaat – das sind 2.706 weniger als Ende 2024.
Ein solcher Rückgang ist bemerkenswert, denn seit den 1980er-Jahren verzeichnete Bayern in den meisten Jahren ein kontinuierliches Bevölkerungswachstum. Ausnahmen waren selten. Selbst im ersten Halbjahr 2020, als die Corona-Pandemie das öffentliche Leben stark einschränkte, sank die Einwohnerzahl lediglich um rund 1.000 Personen. Die aktuelle Entwicklung fällt deutlich stärker aus.
Die Gründe für den Rückgang sind vielschichtig, doch ein Faktor sticht besonders hervor: das Geburtendefizit. Mit nur 53.550 Neugeborenen wurde der niedrigste Stand seit 2013 erreicht. Gleichzeitig stieg die Zahl der Sterbefälle auf 74.384 – rund 2.000 mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Differenz ergibt ein Geburtendefizit von 20.834 Personen. Laut Landesamt handelt es sich dabei um den höchsten Wert seit Beginn der monatlichen Erhebungen im Jahr 1996.
Zwar ist ein Geburtendefizit in Bayern kein neues Phänomen, doch wurde es bislang meist durch Zuzug ausgeglichen. In diesem Jahr reichte die Wanderungsbilanz jedoch nicht aus. Zwar kamen 2.377 Menschen aus anderen Bundesländern und 15.758 aus dem Ausland hinzu, doch diese Zahlen konnten den demografischen Verlust nicht kompensieren.
Die Entwicklung wirft Fragen auf, nicht nur im Hinblick auf die langfristige Bevölkerungsstruktur, sondern auch auf die Herausforderungen für Infrastruktur, Pflege und Bildung. Experten sehen darin ein deutliches Signal für die Notwendigkeit einer aktiven Familien- und Zuwanderungspolitik. Ob sich der Trend im zweiten Halbjahr fortsetzt, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch: Bayern steht vor einer neuen demografischen Realität.
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