Busse auf der Überholspur
Digitale Ampeltechnik soll Fahrzeiten auf der Rothenburger Straße verbessern
- (v.l.n.r.) Thomas Diebenbusch, Bürgermeister Stadt Oberasbach, Andreas Eisgruber, Leiter Staatliches Bauamt Nürnberg, Landrat Bernd Obst, Christopher Ködel, Bertriebsbeauftragter bei Yunex Traffic.
- Foto: Landkreis Fürth
- hochgeladen von Arthur Kreklau
Landkreis Fürth (pm/ak) – Der öffentliche Nahverkehr im westlichen Landkreis Fürth soll künftig zuverlässiger unterwegs sein. Dafür wurde entlang der Rothenburger Straße eine digitale Busbeschleunigung eingerichtet, die den Fahrzeugen an Ampeln Vorrang einräumt. Vorgestellt wurde die neue Technik bei einem Pressetermin an der Haltestelle Albrecht-Dürer-Straße in Oberasbach.
Im Zuge des Projekts erhielten zwölf Lichtsignalanlagen entlang der Staatsstraße 2245 eine digitale Priorisierung für Busse. Zum Einsatz kommt das System auf der Linie 113. Ziel ist es, Fahrzeiten zu stabilisieren, Verspätungen zu verringern und den Nahverkehr insgesamt attraktiver zu machen.
Landrat Bernd Obst bezeichnete verlässliche Fahrzeiten als wichtige Voraussetzung für einen leistungsfähigen öffentlichen Nahverkehr. Mit der neuen Technik werde eine der wichtigsten Verkehrsachsen im Landkreis für einen pünktlicheren Busverkehr fit gemacht.
Die Rothenburger Straße zählt zu den am stärksten genutzten Verkehrsverbindungen der Region. Neben dem hohen Aufkommen an Autos ist sie eine zentrale Route für Busse zwischen Nürnberg, Oberasbach, Zirndorf und den westlichen Landkreisgemeinden. Zusätzliche Bedeutung gewinnt die Strecke durch den Ausbau des U-Bahnhofs Gebersdorf und die damit verbundene stärkere Verknüpfung verschiedener Verkehrsmittel.
Technisch basiert die Lösung auf einer hybriden Kommunikation zwischen Fahrzeugen und Infrastruktur. Die Busse übermitteln ihre Position und Fahrtrichtung sowohl direkt an die Ampelanlagen als auch über mobile Datenverbindungen an einen zentralen Verkehrsrechner. Nähert sich ein Bus einer Kreuzung, kann die Ampelschaltung entsprechend angepasst werden. So sollen Wartezeiten reduziert und der Verkehrsfluss verbessert werden. Die Nutzung zweier voneinander unabhängiger Kommunikationswege sorgt dabei für eine hohe Betriebssicherheit. Grundlage sind europaweit etablierte Standards intelligenter Verkehrssysteme.
Von der Maßnahme versprechen sich die Projektpartner vor allem Vorteile für die Fahrgäste. Erwartet werden mehr Pünktlichkeit, ein gleichmäßigerer Betriebsablauf und ein höherer Fahrkomfort. Weniger Brems- und Anfahrvorgänge könnten zudem Kraftstoffverbrauch und Emissionen senken.
An der Umsetzung beteiligt waren neben dem Landkreis Fürth das Staatliche Bauamt Nürnberg, Yunex Traffic, das Verkehrsunternehmen Schmetterling sowie weitere Partner aus den Bereichen Verkehrssteuerung und Infrastruktur. Bei der Vorstellung vor Ort wurde die Kommunikation zwischen Bus und Ampelanlage live demonstriert und deren Einfluss auf den Verkehrsablauf erläutert.
Für den Landkreis ist die digitale Busbeschleunigung ein weiterer Schritt zur Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs. Nach den Worten von Landrat Obst soll das Projekt dazu beitragen, klimafreundliche Mobilitätsangebote attraktiver zu machen und die Zuverlässigkeit des Busverkehrs nachhaltig zu erhöhen.
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.