Mehrere Rekorde pulverisiert
Weltklasse-Triathlon: DATEV Challenge zeigte Sport der Spitzenklasse

Er hatte alles gegeben: Sam Laidlow bei seinem Zieleinlauf. | Foto: Raithel_Christoph/Team Challenge
  • Er hatte alles gegeben: Sam Laidlow bei seinem Zieleinlauf.
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ROTH (pm/vs) -  Bei perfektem Sportwetter sind beim DATEV Challenge Roth an diesem Sonntag erneut Rekorde geknackt worden und das nicht nur bei den Bestzeiten.

Im Vorfeld hatte Vorjahressieger Sam Laidlow bereits angekündigt, dass er das Rennen über 3,8km Schwimmen, 180km Radfahren und 42,195km Laufen „zehn Minuten schneller beenden“ möchte als bei seinem Triumph im vergangenen Jahr in 7:29:35 Stunden. Dies ist dem Franzosen bei optimalen Wetterbedingungen zwar nicht ganz geglückt, er kämpfte sich aber eindrucksvoll bis ins Ziel: In 7:21:04 Stunden stellte der 27-jährige Ironman-Weltmeister aus dem Jahr 2023 nicht nur einen neuen Streckenrekord auf, sondern pulverisierte auch die erst im April von Kristian Blummenfelt beim Ironman Texas aufgestellte Weltbestzeit (7:21:24 Stunden) um exakt 20 Sekunden. Der Norweger wurde bei seinem ersten Start in Roth Zweiter (7:26:24 Stunden) vor dem besten Deutschen, Nico Bogen, aus Leipzig (7:27:53 Stunden). In diesem Jahr konnte Rennleiter Felix Walchshöfer außerdem einen neuen Zuschauerrekord vermelden. Erstmals wurde die Zahl von 300.000 überschritten.

„Ich habe gestruggelt, aber mein Team, meine Freundin und die Zuschauer haben mich ins Ziel getragen“, resümierte Sam Laidlow. Er hatte das Rennen weitgehend von vorne mit Langdistanz-Neuling und Ironman 70.3-Weltmeister Rico Bogen gemacht, der sich in 7:27:53 Stunden auf Anhieb als Drittplatzierter einen Podiumsplatz ergattert hatte.

Der 25-jährige Leipziger hatte zuvor mit einer Radzeit von 3:54:45 Stunden den Rekord von Magnus Ditlev aus dem Jahr 2023 um ganze drei Minuten gebrochen und war kurz vor Laidlow in die zweite Wechselzone gekommen. Laidlow schüttelte seinen Kontrahenten erst ab Kilometer 15 auf der Marathonstrecke immer weiter von sich ab. Dieser wiederum musste auf dem zweiten Teil der Marathonstrecke den Olympiasieger über die Kurzdistanz aus dem Jahr 2021, Kristian Blummenfelt, an sich vorbeiziehen lassen. „Ich bin super happy über meinen dritten Platz“, freute sich Rookie Rico Bogen im Ziel über das schnellste Langdistanz-Debüt aller Zeiten.

„Die Stimmung war noch krasser, als ich es vorher gehört hatte. Beim Solarer Berg dachte ich, ich habe einen Gehörschaden.“ Der Solarer Berg auf der Radstrecke bei Hilpoltstein gilt als einer der größten Hotspots beim DATEV Challenge Roth. „Ich habe vorher nicht gedacht, dass es mit dem Podium klappt. Ich werde nächstes Jahr auf jeden Fall wieder nach Roth kommen.“

Seinen erneuten Start angekündigt hat auch der dreifache Hawaii-Sieger und Roth-Sieger aus dem Jahr 2021, Patrick Lange: „Dieses Jahr auf Hawaii und nächstes Jahr in Roth werde ich meinen Abschied feiern.“ Mit seiner Zeit von 7:41:27 Stunden wurde der Athlet aus Bad Wildungen Neunter. „Ich hatte keine Chance, bei dem, was die abfeuern. Ich bin ja gut gefahren, aber die Zeiten werden immer krasser.“

Auch Triathlon-Legende Jan Frodeno, der vor zehn Jahren die Weltbestzeit in Roth geknackt hatte und nach seinem Karriereende als Zuschauer in Roth dabei waren, zog Parallelen zu seinem damaligen Rennen: „Ähnlich wie Sam Laidlow konnte ich damals meinen Sieg in Roth auch nicht genießen, weil ich bis zum Schluss wegen der Weltbestzeit auf die Uhr schauen musste.“ Die Leistung von Sam Laidlow sei „einfach toll“. „Da sieht man, dass man Konkurrenz wie mit Magnus Ditlev braucht. Die hauen vorher auf die Kacke und lassen dann auch Taten folgen.“ Der Däne Ditlev, selbst dreifacher Roth-Sieger, kam nach seinem kurzfristig angekündigten Start in 7:34:21 Stunden als Sechster ins Ziel. Die beiden Deutschen Jonas Schomburg (7:32:17 Stunden) und Frederic Funk (7:38:14 Stunden) wurden Fünfter bzw. Siebter.

Jüngste Challenge Roth-Siegerin aller Zeiten

Bei den Frauen siegte die 24-jährige Vorjahresdritte Alanis Siffert in 8:09:09 Stunden. Damit verbesserte sich die jüngste Challenge Roth-Siegerin der Geschichte um mehr als 30 Minuten gegenüber dem Vorjahr. „Es ist einfach unglaublich. Erst die letzten zwei Kilometer auf der Marathonstrecke habe ich gewusst, dass es klappt.“ Die Schweizerin habe damit gerechnet, dass die Britin Lucy Charles-Barclay sie noch überholen könne. „Ich habe deshalb alles gegeben. Ich hatte ja schon sehr hart trainiert. Daher ist es schön zu sehen, dass sich dies ausgezahlt hat.“

Die Ironman-Weltmeisterin Charles-Barclay war zunächst als Erste nach dem Schwimmen aus dem Main-Donau-Kanal: Sowohl in der ersten als auch in der zweiten Wechselzone hatte sie wertvolle Zeit verloren. Zunächst hatte sie ihren Wechselbeutel gesucht, dann musste sie ihr Rad noch einmal abstellen, um ihren Helm aufzusetzen.

In der zweiten Wechselzone brauchte sie deutlich länger zum Umziehen. „Vor zehn Tagen habe ich noch gedacht, dass ich heute eine Trainingseinheit habe“, sagte Lucy Charles-Barclay. Erst am Montag in der Rennwoche hat sie ihren Start in Roth zugesagt. „Deshalb bin ich sehr, sehr zufrieden.“ Dritte wurde die Britin und Triathlon-Europameisterin Daisy Davis in 8:27:19 Stunden vor Kat Matthews (Großbritannien) und Langdistanz-Rookie Caroline Pohle (8:32:49 Stunden).

Viele weitere Fotos und Infos gibt es HIER

Autor:

Victor Schlampp aus Schwabach

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