Anwohner und Geschäftsinhaber schlagen Alarm
Ümit Sormaz: Der Superblock muss weg!“
- Die neuen Fußgängerzonen dürfen mit dem Kfz nicht mehr befahren werden. Dort darf zukünftig auch nicht mehr geparkt werden. In den neuen Fußgängerbereichen entfallen die Parkmöglichkeiten im öffentlichen Raum. Grundstückszufahrten dürfen weiterhin angesteuert werden. Der Radverkehr ist freigegeben. Der Verkehrsausschuss des Stadtrats hatte die Superblocks in Gostenhof am 13. März 2025 einstimmig beschlossen.
- Foto: © Stadt Nürnberg/Verkehrsplanungsamt
- hochgeladen von Nicole Fuchsbauer
- FDP-Stadtrat Ümit Sormaz fordert angesichts wachsender Kritik aus Gostenhof das Ende des umstrittenen Modellversuchs.
NÜRNBERG (pm/nf) – Erst protestierten Anwohner, jetzt schlagen auch rund 30 Gewerbetreibende Alarm: Die Kritik am Superblock in Gostenhof nimmt weiter zu. In einem Brandbrief an die Stadtspitze berichten Geschäftsleute von teilweise existenzbedrohenden Umsatzeinbrüchen von bis zu 80 Prozent. Für FDP-Stadtrat Ümit Sormaz ist klar: Die Stadt muss endlich Konsequenzen ziehen.
„Was muss eigentlich noch passieren, damit die Stadt Nürnberg erkennt, dass dieser Superblock in seiner jetzigen Form gescheitert ist? Erst haben Anwohner Alarm geschlagen, jetzt kämpfen Gewerbetreibende um ihre Existenz. Ein Modellversuch darf nicht wichtiger sein als die Menschen, die dort leben und arbeiten. Der Superblock muss weg!“, fordert Sormaz.
Bereits vor der Umsetzung hatte Sormaz die mangelnde Berücksichtigung der Anwohnerinteressen, den Wegfall zahlreicher Parkplätze und die Auswirkungen auf die Erreichbarkeit des Viertels kritisiert. Nun beklagen auch Geschäftsleute massive wirtschaftliche Belastungen. Neben den veränderten Verkehrsführungen verschärfen Baustellen die Situation zusätzlich.
Dabei stellt Sormaz auch die grundsätzliche Notwendigkeit des Projekts infrage: Gostenhof war bereits zuvor in weiten Teilen verkehrsberuhigt. Welchen zusätzlichen Nutzen rechtfertigt der Superblock angesichts der erheblichen Belastungen?
„Bürgerbeteiligung darf keine Alibiveranstaltung sein. Wer die Menschen vor Ort ernst nimmt, muss auch bereit sein, Fehlentscheidungen zu korrigieren. Wir brauchen keine ideologischen Experimente auf dem Rücken der Anwohner und unserer Gewerbetreibenden. Deshalb fordere ich, den Superblock zu beenden und zurückzubauen.“ Mit Blick auf die für November angekündigte Entscheidung im Stadtrat kündigt Sormaz einen entsprechenden Antrag an.
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