Für 2 Mio Euro! Hier sanieren sie den U-Bahnhof Eberhardshof

Echte Malocher: die Gleisbauer Hubert Ziegler (links) und Ahmed Gyzen schieben ihr Werkzeug auf dem Rollwagen zur Baustelle. Foto: © Peter Maskow
 
Der U-Bahnhof Eberhardshof wurde 1981 eröffnet. Foto: © Peter Maskow

NÜRNBERG (pm/mask) – 48 Kilometer U-Bahn führen durch den Bauch unserer Stadt. Einer der wichtigsten Bahnhöfe wird gerade saniert: Am kommenden Wochenende ist Halbzeit. Dann ist der erste Bauabschnitt der rund 2 Mio Euro teuren Arbeiten am U1-Bahnhof Eberhardshof geschafft.

Am Montag, 14. August 2017, werden das U-Bahn-Bauamt der Stadt Nürnberg, die VAG und die Baufirmen in die zweite Halbzeit starten. Für die Fahrgäste ändert sich das Verkehrskonzept. Mit dem Ende der Sommerferien (Montag, 11. September 2017) wird auf Normalbetrieb umgestellt, dann gilt wieder der Jahresfahrplan.
Mit Blick auf die ersten Wochen gibt Michael Kohl, bei der VAG zuständig für den Bauwerksunterhalt der U-Bahn, un- umwunden zu, dass die Arbeiten leider nicht ohne Auswirkungen bleiben. „Die Bauarbeiten gleichen immer einer Operation am Herzen. Der Betrieb muss weitergehen, das Angebot aber reduziert werden. Um im Bild zu bleiben: Wie eine OP am Herzen sind die Bauarbeiten ein schwerer Eingriff. Wir danken allen Fahrgästen für ihr Verständnis und entschuldigen uns für die Auswirkungen. Gut, dass jetzt während der Sommerferien weniger Fahrgäste unterwegs und die Bahnen damit weniger voll sind.“

Zuerst kam Gleis 2 dran

Das Arbeitspaket des U-Bahn-Bauamtes und der Startschuss für die Erneuerungsmaßnahmen fiel am Montag, 10. Juli. Zuerst stand das Gleis 2 zwischen Maximilianstraße und Eberhardshof sowie der Bediensteig der Abstell- und Wendeanlage im Fokus. Bedingt durch Witterungseinflüsse und Chloride aus Streusalzen wurde die Betonkonstruktion und da vor allem die Stahlbewehrung der Bahnsteigkante des Oberflächenbahnhofes auf Höhe der ehemaligen Quelle stark geschädigt. Teile der Bahnsteigkante am Gleis 2 und auch am Gleis 1 sind abgeplatzt, was mittelfristig die Standsicherheit der Bahnsteige gefährdet hätte, so Michael Kohl. Deshalb wurde der vordere Teil der Bahnsteigkante abgeschnitten und durch Betonfertigteile ersetzt. „Das steht uns auf Gleis 1 noch bevor“, so der Diplom-Ingenieur. „Wir nutzen die Gelegenheit und erneuern auch den Plattenbelag des Bahnsteigs, der in den vergangenen Jahren verstärkt gebrochen ist.“ Die neuen Platten sehen schöner aus als die 40 Jahre alten und verbessern das Erscheinungsbild des U-Bahnhofes. Zudem wird auf den Bahnsteigen am Gleis 2 und Gleis 1 wie an anderen Bahnhöfen schon geschehen, ein durchgängiges Blindenleitsystem integriert. Dieses ermöglicht sehschwachen und blinden Fahrgästen, sich im Bahnhof zu orientieren.
Auch die Stahlbetonbauteile des Bediensteges, der von Fahrern genutzt wird, wenn sie U-Bahnen aus der Abstellanlage holen oder dort abgestellt haben, waren chloridbelastet, wie der Leiter des U-Bahn-Bauamtes Friedrich Hantke erläutert. Die Konstruktion wurde bis auf die Oberkante der sogenannten Köcherfundamente abgebrochen und durch eine neue Stahlkonstruktion ersetzt. Um den U-Bahnhof besser abzusichern, wird aktuell noch ein Stabgitterzaun beidseits der Gleise zur Straße hin gebaut. Die vorhandenen Holzstehlen waren morsch. Die Betonwände dazwischen bleiben stehen.
Parallel zu den Bahnsteigkanten wird auch das Gleis erneuert: vom 24. Juli bis 13. August das Gleis 2, in Richtung Ma- ximilianstraße, kurz vor dem Tunnel. Hier waren es die auf den Betonlängsbalken montierten Schienen und die Schienenbefestigung. Die Betonlängsbalken mussten nicht erneuert werden.
Komplett getauscht wurde das Schottergleis im Bahnhofsbereich und außerhalb, also auf freier Strecke Richtung Maximilianstraße. Es wurde komplett ausgebaut und neue Schienen, neuer Schotter wieder eingebaut. Auf Gleis 1 wird ab 14. August nur das Schottergleis ausgetauscht.

Bahnhof soll schöner werden

Im Zuge der Bauarbeiten haben das U-Bahn-Bauamt der Stadt und die VAG vereinbart, den Bahnhof schöner zu machen, gezielt aufzuwerten. So werden im Zuge des Revitalisierungsprogrammes wie bereits am Bahnhof Frankenstraße und am Scharfreiterring das Wegeleitsystem, Sitzbänke und Abfalleimer getauscht, Türen und Metallteile neu gestrichen.
Auch im Hintergrund, quasi hinter verschlossenen Türen, wird kräftig gewirkt. Für den Digitalfunk werden Fern- melderäume vorbereitet. Die Nachrichtentechnik folgt nach und nach. Auch mit Blick auf die in den nächsten Jahren geplanten Stellwerkserneuerungen und die unterbrechungsfreie Stromversorgung der U-Bahn werden Räumlichkeiten ausgebaut. „Wir nutzen hier Synergieeffekte, um die Auswirkungen auf die Kunden zu beschränken, um aber auch kostengünstig zu bauen. Wir bündeln künftig die Technik, die nach 40 Jahren erneuert werden muss“, so Hantke. Die Arbeiten fänden in zeitlich engem Rahmen statt. Gearbeitet werde auch in der zweiten Halbzeit hauptsächlich von Montag bis Samstag von 7.00 bis 18.00 Uhr. Sollte es nicht vorhersehbare Probleme bei einzelnen Arbeiten geben, müsste über eine Verlängerung der Arbeitszeit unter Berücksichtigung der Lärmemissionen nachgedacht werden.
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