Finanzierungsstreit
Deutschlandticket schon 2026 nicht mehr sicher
- (Symbolbild)
- Foto: © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
- hochgeladen von Uwe Müller
BERLIN (dpa/mue) - Der Deutsche Städtetag sieht die Weiterführung des Deutschlandtickets noch immer in Gefahr. Die Finanzierung für das kommende Jahr müsse endlich geklärt werden - und zwar schnell.
«Wenn das Regionalisierungsgesetz vom Bund und damit die Finanzierung des Deutschlandtickets so bleiben, stehen uns wieder Wochen und Monate des Bangens ins Haus», sagte der Hauptgeschäftsführer Christian Schuchardt der Funke-Mediengruppe. In diesem Jahr geben Bund und Länder jeweils 1,5 Milliarden Euro für das Ticket, um Einnahmeausfälle bei Verkehrsbetrieben auszugleichen. Dies soll auch für 2026 wieder so geregelt werden, dazu muss das sogenannte Regionalisierungsgesetz geändert werden. Heute (Mittwoch) will das Bundeskabinett den Beschluss dazu fassen.
Drei Milliarden Euro pro Jahr reichen nicht
Seit der Einführung des Deutschlandtickets 2023 stehe dessen Finanzierung auf tönernen Füßen, sagte Schuchardt. «Die 1,5 Milliarden Euro, die Bund und Länder bisher jeweils pro Jahr zuschießen, decken zusammen mit den Ticketeinnahmen nicht die Kosten, die den Verkehrsträgern entstehen.» Der Ausgleichsbedarf liege mindestens bei insgesamt 3,6 Milliarden Euro pro Jahr. Der Bund sage das Ticket zu, wolle aber für die Mehrkosten nicht aufkommen. Die Länder lehnten Mehraufwendungen ebenfalls ab, skizzierte Schuchardt die Lage. Zudem seien im Haushaltsentwurf 2026 die Bundesmittel für das Deutschlandticket nicht berücksichtigt. «Damit ist das Ticket auch für 2026 in keiner Weise gesichert», sagte der Vertreter der Kommunen. Man wolle die «Erfolgsgeschichte Deutschlandticket» fortschreiben. «Aber es droht schon wieder eine Hängepartie mit Ansage.»
Der Städtetag fordert ein langfristiges Finanzierungsmodell für das Deutschlandticket. «Das muss die neue Bundesregierung gemeinsam mit den Ländern liefern», so Schuchardt.
Autor:Uwe Müller aus Nürnberg |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.