Gewalt vor der Weltmeisterschaft
FIFA-Präsident wiegelt Sorgen um Sicherheit in Mexiko ab
- FIFA-Präsident Gianni Infantino.
- Foto: Mark Schiefelbein/AP/dpa
- hochgeladen von Arthur Kreklau
MEXIKO-STADT (dpa/ak) – Weniger als vier Monate vor dem Anpfiff der Fußball-Weltmeisterschaft sorgt die angespannte Sicherheitslage im Gastgeberland Mexiko für Diskussionen. Während in mehreren Bundesstaaten zuletzt schwere Gewaltausbrüche das öffentliche Leben erschütterten, zeigt sich FIFA-Präsident Gianni Infantino demonstrativ gelassen.
Bei einer Pressekonferenz in Kolumbien erklärte er, man habe „vollstes Vertrauen“ in Mexiko, in Präsidentin Claudia Sheinbaum und in die zuständigen Behörden. Die Lage werde aufmerksam beobachtet, doch man sei überzeugt, dass das Turnier reibungslos verlaufen werde.
Hintergrund der aktuellen Sorge ist die Festnahme des berüchtigten Drogenbosses Nemesio Oseguera Cervantes, bekannt als „El Mencho“. Nach seinem Tod am Sonntag hatten Mitglieder seines Kartells in mehreren Regionen Straßensperren errichtet, Fahrzeuge angezündet und Geschäfte angegriffen. Bei den Gefechten kamen 74 Menschen ums Leben. Die Bilder brennender Autos und blockierter Straßen gingen weltweit durch die Medien – und weckten Fragen, ob Mexiko für ein Großereignis wie die WM ausreichend gerüstet ist.
Infantino reagierte darauf mit bemerkenswerter Nonchalance. Mexiko sei ein großartiges Land, sagte er, und wie überall auf der Welt könnten Dinge passieren. Man lebe nicht „auf dem Mond oder einem anderen Planeten“. Genau dafür gebe es Regierungen, Polizei und Behörden, die für Sicherheit sorgen. Eine direkte Verbindung zwischen den jüngsten Vorfällen und der WM wollte er nicht ziehen.
Die Weltmeisterschaft wird in diesem Sommer erstmals in drei Ländern ausgetragen: den USA, Kanada und Mexiko. In Mexiko selbst finden 13 Spiele statt, verteilt auf die Städte Mexiko-Stadt, Guadalajara und Monterrey. Bereits Ende März und Anfang April sollen in Guadalajara und Monterrey zudem internationale Playoff-Partien stattfinden, die die letzten beiden WM-Startplätze vergeben.
Trotz der beruhigenden Worte aus Zürich bleibt die Frage, wie stabil die Lage in den kommenden Monaten sein wird. Die mexikanischen Sicherheitskräfte stehen vor der Herausforderung, einerseits die alltägliche Gewaltkriminalität einzudämmen und andererseits die Sicherheit für ein globales Sportereignis zu gewährleisten, das Millionen Menschen anzieht.
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