Finanzielle Freiheit statt Rentenroutine
Generation Z willl nicht bis 67 arbeiten

Auch die finanziellen Entscheidungen junger Menschen werden durch soziale Medien stärker beeinflusst als bei älteren Generationen. (Symbolbild) | Foto: Fabian Sommer/dpa/dpa-tmn
  • Auch die finanziellen Entscheidungen junger Menschen werden durch soziale Medien stärker beeinflusst als bei älteren Generationen. (Symbolbild)
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BERLIN (dpa) – Die Vorstellung, bis zum 67. Lebensjahr in Vollzeit zu arbeiten, verliert bei jungen Menschen in Deutschland zunehmend an Bedeutung. Eine aktuelle Studie der Internationalen Hochschule (IU) zeigt, dass die Generation Z andere Prioritäten setzt: Finanzielle Unabhängigkeit steht für sie ganz oben auf der Liste – noch vor Altersvorsorge oder Konsumwünschen.

Zwei Drittel der 16- bis 30-Jährigen gaben in der repräsentativen Umfrage an, dass finanzielle Selbstbestimmung ihr wichtigstes Ziel sei. Im Vergleich dazu liegt dieser Wert über alle Altersgruppen hinweg bei knapp 59 Prozent. Die klassische Altersvorsorge bleibt zwar relevant, rangiert aber mit 51 Prozent auf Platz zwei. Persönliche Träume wie eine Weltreise oder der Wunsch nach einem früheren Ausstieg aus dem Berufsleben folgen mit etwas Abstand.

„Insbesondere die Generation Z verändert unser Verständnis von Geld grundlegend“, sagt Studienleiter Johannes Treu, Professor für Betriebs- und Volkswirtschaftslehre an der IU. „Für sie sind Finanzen kein notwendiges Übel, sondern ein wesentliches Instrument für ein selbstbestimmtes Leben.“ Die Mentalität, sich bis zur Rente durchzuarbeiten, sei nicht mehr der Maßstab.

Die Studie zeigt auch, dass soziale Medien einen spürbaren Einfluss auf das Finanzverhalten junger Menschen haben. Rund 21 Prozent der Befragten aus der Generation Z lassen sich bei Geldentscheidungen von Online-Inhalten beeinflussen – doppelt so viele wie bei der Generation X oder den Babyboomern. Gleichzeitig räumen 27,8 Prozent der jungen Befragten ein, häufiger unüberlegt Geld auszugeben, obwohl sie eigentlich sparen wollten. Bei den älteren Generationen liegt dieser Wert deutlich niedriger.

Trotz des Strebens nach Unabhängigkeit bleibt die finanzielle Stimmung angespannt. Mehr als die Hälfte der Befragten sorgt sich um die wirtschaftliche Lage im Land, knapp die Hälfte hat Angst vor Altersarmut. Treu warnt: „Wenn sich jede zweite Person in Deutschland um ihre wirtschaftliche Lage und die Absicherung im Alter sorgt, ist das mehr als ein Stimmungsbild – es ist ein Warnsignal.“

Für die Untersuchung mit dem Titel „Finanzielles Wohlbefinden: Stimmungslage in Deutschland“ wurden zwischen dem 12. und 23. Juni insgesamt 2.000 Personen im Alter von 16 bis 65 Jahren befragt. Die Ergebnisse gelten als repräsentativ nach Alter und Geschlecht.

Autor:

Arthur Kreklau aus Fürth

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