Ermittler prüfen mögliche Helfer
Großrazzia gegen Geldwäsche-Netzwerk
- Ermittler ziehen Bilanz der Groß-Razzia gegen Finanzkriminalität.
- Foto: Christoph Reichwein/dpa
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DUISBURG (dpa/ak) – Einen Tag nach der bundesweiten Großrazzia gegen ein weit verzweigtes Geldwäsche-Netzwerk und Mitglieder der «Hells Angels» haben Polizei und Steuerfahndung in Duisburg eine erste Bilanz gezogen. Der Einsatz, der sich über fünf Bundesländer sowie Belgien, Bulgarien und die Niederlande erstreckte, führte zu 14 Festnahmen. Zudem sollen rund 48,6 Millionen Euro sichergestellt werden.
Im Mittelpunkt der heutigen Pressekonferenz steht auch ein Verdacht, der die Ermittler besonders beschäftigt. Die Duisburger Staatsanwaltschaft prüft Hinweise, wonach ein Polizist und zwei städtische Mitarbeiter dienstlich erlangte Informationen an Außenstehende weitergegeben haben könnten. Ob sie damit kriminelle Strukturen unterstützt haben, ist Gegenstand laufender Untersuchungen. NRW‑Innenminister Herbert Reul und Justizminister Benjamin Limbach wollen sich dazu äußern.
Reul sprach bereits am Mittwoch von einem „wirkungsvollen Schlag gegen die Organisierte Kriminalität“. Nach Erkenntnissen der Ermittler sollen hochrangige Mitglieder der «Hells Angels» mit einem europaweit aktiven Geldwäsche-Netzwerk kooperiert haben. Das Geflecht aus Firmen und Immobilien sei darauf ausgelegt gewesen, Einnahmen aus Drogenhandel, Schutzgelderpressungen und dem Rotlichtmilieu zu verschleiern und legal erscheinen zu lassen.
Wie diese Geldströme konkret verschoben wurden, soll nun detailliert aufgearbeitet werden. Fachleute des Landesamtes zur Bekämpfung der Finanzkriminalität, das seit 2025 Steuerfahnder aus allen NRW‑Finanzämtern bündelt, sind in Duisburg vor Ort und begleiten die Auswertung.
Die «Hells Angels» gelten als größter Rockerclub in Nordrhein‑Westfalen. Nach Zahlen des Landeskriminalamts existieren landesweit 29 Charter mit insgesamt 469 Mitgliedern. Die Ermittlungen sollen nun zeigen, wie eng Teile des Clubs in das mutmaßliche Geldwäsche‑System eingebunden waren – und ob es in der Stadtverwaltung Helfer gab, die den Tätern Informationen zuspielten.
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