Betrug!
Immer mehr gefälschte Rezepte

(Symbolbild) | Foto: © Sven Hoppe/dpa
  • (Symbolbild)
  • Foto: © Sven Hoppe/dpa
  • hochgeladen von Uwe Müller

MÜNCHEN (dpa/lby/mue) - Mit gefälschten Rezepten versuchen Betrüger in Bayerns Apotheken immer häufiger, an verschreibungspflichtige Medikamente zu kommen.

Genaue Zahlen kann das bayerische Landeskriminalamt (LKA) zu den Fällen zwar nicht nennen. Aber: «Ganz grundsätzlich lässt sich sagen, dass in den vergangenen ein bis zwei Jahren eine Steigerung an Fallzahlen für das Einbringen gefälschter Rezepte zu verzeichnen ist», sagte eine LKA-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Im laufenden Jahr verharre die Zahl der gemeldeten Fälle bisher auf dem höheren Niveau. Zu den bei Betrügern besonders gefragten Mitteln zählen demnach zum Beispiel Antidiabetika, die aktuell auch als Abnehmmittel und für Diäten verwendet werden. Die Landesapothekerkammer nannte auf Nachfrage als besonders begehrte Beute «teure Medikamente, wie Krebsmedikamente, sowie Lifestyle-Arzneimittel wie "Abnehmspritzen" (Wegovy, Ozempic) und Mittel mit Abhängigkeitspotenzial».

In den meisten Fällen, von denen die bayerische Polizei wisse, hätten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Apotheken die Fälschungen jedoch rechtzeitig erkannt, sagte die LKA-Sprecherin. «Dadurch entstand dann bei den Apotheken zumeist kein finanzieller Schaden.» In vielen Fällen nahmen Polizisten die mutmaßlichen Betrüger fest - zuletzt unter anderem einen 18-Jährigen, der in München ein gefälschtes Rezept eingereicht hatte und die Ermittler zu mutmaßlichen Fälschern in Hannover und Mannheim führte.

Ermittler verschicken Warnhinweise

Um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in bayerischen Apotheken gegen die Betrugsversuche zu wappnen, hätten das LKA und die Münchner Polizei im Frühjahr Warnungen an rund 1.000 Apotheken geschickt. Darin stünden auch Hinweise, wie man gefälschte Rezepte häufig erkennen kann. Meist würden die Fälschungen falsche oder widersprüchliche Daten enthalten, zum Beispiel ausgedachte Namen oder Praxisstempel mit Fehlern - und sie würden oft in Apotheken eingelöst, der fernab der angeblichen Arztpraxis liegen. Die Landesapothekerkammer teilte mit, die Fälschungen in Papierform seien inzwischen «teilweise so gut», dass sie «sehr schwer» oder «kaum noch zu erkennen sind». Aber auch beim E-Rezept gebe es keinen vollkommenen Schutz vor Fälschungen.

Werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter misstrauisch, empfehlen die Ermittler ein klares Vorgehen: die womöglich gefälschten Rezepte behalten, nach Möglichkeit schnell und unauffällig die Polizei informieren und, sofern machbar, die mutmaßlichen Betrüger in ein Gespräch verwickeln, bis die Beamten bei der Apotheke sind. Anzeige sollte zudem in jedem Fall erstattet werden.

Autor:

Uwe Müller aus Nürnberg

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

13 folgen diesem Profil

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.