Reden lieber mit der Maschine
Junge Erwachsene setzen zunehmend auf KI

Für die Studie der Krankenkasse Pronova BKK wurden 3.485 Frauen und Männer ab 18 Jahren befragt. (Symbolbild) | Foto: Sebastian Gollnow/dpa
  • Für die Studie der Krankenkasse Pronova BKK wurden 3.485 Frauen und Männer ab 18 Jahren befragt. (Symbolbild)
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Ludwigshafen (dpa/ak) – Immer mehr junge Menschen greifen im Alltag lieber zu Chatbots als zum Gespräch mit der eigenen Familie. Das zeigt eine neue repräsentative Befragung der Krankenkasse Pronova BKK. Rund 40 Prozent der erwachsenen KI-Nutzer unter 30 gaben an, eher mit einer Künstlichen Intelligenz zu „plaudern“ als mit Verwandten. Etwa 70 Prozent dieser Altersgruppe sehen in Chatbots zudem einen wertvollen Gesprächspartner – vor allem für Menschen, die sich einsam fühlen.

Für die Studie „KI-Nutzung im privaten Alltag 2026“ wurden 3.485 Frauen und Männer ab 18 Jahren befragt. Die Ergebnisse deuten nach Einschätzung der Krankenkasse darauf hin, dass digitale Assistenten längst im Alltag angekommen sind. Besonders ausgeprägt ist die Nutzung bei den 18- bis 29-Jährigen: 96 Prozent verwenden KI privat, sei es für Recherchen, Ratschläge oder eine kurze Unterhaltung. Gleichzeitig berichten rund die Hälfte der jungen Nutzerinnen und Nutzer, bereits auf Falschinformationen hereingefallen zu sein.

Die Expertin Patrizia Thamm von der Pronova BKK warnt vor möglichen Folgen für das soziale Miteinander. Wer der KI den Vorzug gebe, verliere an Übung im echten Austausch, sagte sie. Menschliche Gespräche lebten von Reibung, Kritik und unterschiedlichen Perspektiven – Erfahrungen, die für persönliche Entwicklung wichtig seien. KI hingegen liefere fertige Antworten und verändere damit das Kommunikationsverhalten.

Auch ältere Menschen sehen Vorteile: In der Gruppe ab 60 Jahren bezeichneten 59 Prozent KI als hilfreichen Gesprächspartner für Einsame. Thamm betonte jedoch, dass digitale Systeme nur kurzfristig das Gefühl sozialer Leere mindern könnten. Wer sich ausschließlich auf künstliche Dialoge verlasse, riskiere eine Verschärfung der Einsamkeit. KI bleibe ein „System ohne eigenes Empfinden“ und könne reale Beziehungen nicht ersetzen.

Autor:

Arthur Kreklau aus Fürth

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