Arbeiten im Alter steuerfrei
Kabinett bringt Aktivrente auf den Weg

Das Kabinett will die Aktivrente beschließen. (Archivfoto) | Foto: Michael Kappeler/dpa
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BERLIN (dpa) – Wer im Rentenalter weiterarbeiten möchte, soll künftig steuerlich entlastet werden. Das Bundeskabinett will heute einen Gesetzentwurf beschließen, der die sogenannte Aktivrente einführt.

Beschäftigte, die die gesetzliche Regelaltersgrenze erreicht haben, sollen ab dem 1. Januar 2026 bis zu 2.000 Euro monatlich aus nichtselbständiger Arbeit steuerfrei hinzuverdienen dürfen. Die Maßnahme soll ältere Menschen motivieren, länger im Berufsleben zu bleiben – und gleichzeitig dem Fachkräftemangel entgegenwirken.

Die Spitzen der Ampel-Koalition hatten sich bereits vor einer Woche auf die Einführung der Aktivrente geeinigt. Nach dem Kabinettsbeschluss beginnt nun das parlamentarische Verfahren. Der Entwurf, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, sieht vor, dass der steuerfreie Zuverdienst nur für Tätigkeiten gilt, bei denen der Arbeitgeber weiterhin Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung entrichtet. Damit soll sichergestellt werden, dass auch die Sozialversicherungssysteme profitieren.

Die Bundesregierung rechnet mit jährlichen Kosten von rund 890 Millionen Euro. Davon entfallen jeweils 378 Millionen Euro auf Bund und Länder, während die Gemeinden mit etwa 134 Millionen Euro belastet werden. Etwa 168.000 Menschen könnten laut Prognose von der neuen Regelung Gebrauch machen. Derzeit sind rund 672.000 Personen über 65 Jahren noch über geringfügige Beschäftigungen hinaus berufstätig. Die Regierung geht davon aus, dass etwa ein Viertel der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ab 67 Jahren durch die Aktivrente zum Weiterarbeiten motiviert wird.

Neben dem finanziellen Anreiz verfolgt die Aktivrente auch arbeitsmarktpolitische Ziele. Der Gesetzentwurf spricht von einem „besseren Nutzen des Erwerbspotentials älterer Menschen“. Erfahrungswissen solle länger in den Betrieben gehalten, personelle Engpässe in verschiedenen Branchen entschärft werden. Auch für jüngere Beschäftigte sieht die Regierung Vorteile: Die Aktivrente fördere die Generationengerechtigkeit und stärke den sozialen Zusammenhalt. Insgesamt, so die Autoren des Entwurfs, trage die Maßnahme zur nachhaltigen Sicherung des Wirtschaftsstandorts Deutschland bei.

Autor:

Arthur Kreklau aus Fürth

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