Folge des Iran-Krieges
Ölpreise steigen stark nach neuer Eskalation

Öltanker sind wesentlich für den Transport von Rohöl. (Symbolbild) | Foto: Juan Carlos Hernandez/ZUMA Wire/dpa
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New York/London (dpa) – Die jüngste Zuspitzung im Nahen Osten hat die internationalen Energiemärkte spürbar erschüttert. In den ersten Handelsminuten der Nacht zum Montag schnellten die Preise für Brent-Öl aus der Nordsee und US-Rohöl um mehr als zehn Prozent nach oben, bevor sie im Laufe des Tages wieder etwas nachgaben. Für Brent wurde in der Spitze ein Wert von 82,37 Dollar je Barrel erreicht, der höchste Stand seit Juli 2024. US-Öl kletterte auf 75,33 Dollar und damit auf das höchste Niveau seit Juni 2025.

Am Vormittag hatten sich die Kurse wieder etwas beruhigt. Brent zur Lieferung im April lag noch rund 7,5 Prozent über dem Vortag bei 78,05 Dollar. Die US-Sorte West Texas Intermediate notierte bei 71,52 Dollar und damit gut vier Dollar höher als zuvor.

Engpass an der Straße von Hormus

Auslöser der Preissprünge waren Angriffe Israels und der USA auf den Iran am Wochenende, bei denen unter anderem das Staatsoberhaupt und Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei getötet wurde. Der Iran reagierte mit Gegenangriffen und schränkte zugleich den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ein. Die Meerenge gilt als eine der empfindlichsten Stellen des globalen Energiehandels, da täglich rund ein Fünftel der weltweiten Öltransporte durch sie hindurchführt. Jede Störung wirkt sich unmittelbar auf die Märkte aus und sorgt für Nervosität bei Händlern und Unternehmen.

Während die geopolitische Lage eskalierte, versuchte der Ölverbund Opec+, bestehend aus Opec-Staaten und weiteren Förderländern wie Russland, ein Signal der Stabilität zu senden. Auf einem planmäßigen Treffen beschlossen die Mitglieder, die tägliche Fördermenge um 206.000 Barrel zu erhöhen. Offiziell begründete die Gruppe den Schritt mit einem stabilen Ausblick für die Weltwirtschaft und niedrigen Lagerbeständen. Die aktuellen Kampfhandlungen im Nahen Osten erwähnte sie nicht.

Sorge vor langfristigen Folgen

Ökonomen beobachten die Lage mit wachsender Aufmerksamkeit. Analysten der Deutschen Bank verweisen darauf, dass das weitere Ausmaß der Eskalation von vielen Faktoren abhänge. Steigende Ölpreise könnten paradoxerweise auch eine Dynamik der Deeskalation auslösen, weil sie den wirtschaftlichen Druck auf die Konfliktparteien erhöhen.

Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, hält es für möglich, dass Brent-Öl bei einer länger anhaltenden Blockade der Straße von Hormus in Richtung der Marke von 100 Dollar steigen könnte. Ein solches Preisniveau hätte spürbare Folgen für Europa. Krämer rechnet vor, dass ein dauerhaft hoher Ölpreis die Inflation im Euroraum um mehr als einen Prozentpunkt erhöhen und das Wirtschaftswachstum um einige Zehntel Prozentpunkte dämpfen würde.

Autor:

Arthur Kreklau aus Fürth

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