Mehrere Faktoren drücken Ergebnis 2025
Porsche erleidet dramatischen Gewinneinbruch
- Ein Strategieschwenk kostet die Schwaben viel Geld. (Archivbild)
- Foto: Marijan Murat/dpa
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STUTTGART (dpa/ak) – Der Sportwagenbauer Porsche hat 2025 einen massiven Gewinneinbruch verzeichnet: Das Ergebnis nach Steuern sank um 91,4 Prozent auf 310 Millionen Euro, teilte der Konzern mit. Im Vorjahr hatte Porsche noch fast 3,6 Milliarden Euro unter dem Strich erzielt. Der Umsatz ging um fast ein Zehntel auf rund 36,3 Milliarden Euro zurück.
Die Gründe für das Debakel liegen nach Unternehmensangaben in mehreren Faktoren: Die Geschäfte in China stockten, US‑Zölle belasteten das Ergebnis, und die Elektro‑Modelle fanden deutlich weniger Zuspruch als erwartet. Vor seinem Abgang hatte Ex‑Chef Oliver Blume die Strategie umgestellt und eine Rückkehr zu mehr Verbrennungsmotoren beschlossen — eine Kehrtwende, die kurzfristig teuer erkauft wurde.
Die Neuausrichtung schlug mit rund 2,4 Milliarden Euro zu Buche. Hinzu kamen Kosten für die Abwicklung der Batterie‑Tochter in Höhe von etwa 700 Millionen Euro sowie Belastungen durch US‑Zölle in ähnlicher Größenordnung. Insgesamt summieren sich die Sonderkosten auf rund 3,9 Milliarden Euro. Der operative Gewinn fiel um 92,7 Prozent auf 413 Millionen Euro; im reinen Autogeschäft lag der operative Gewinn bei lediglich 90 Millionen Euro gegenüber rund 5,3 Milliarden Euro im Jahr 2024, wie aus der Bilanz der Konzernmutter Volkswagen hervorgeht.
Finanzvorstand Jochen Breckner erklärte, die globalen Herausforderungen und die Neuausrichtung hätten das Ergebnis 2025 belastet. Für 2026 rechneten die Maßnahmen zur Rekalibrierung mit einmaligen Ergebniseffekten in hoher dreistelliger Millionenhöhe; diese Effekte nehme man in Kauf, um die Widerstandsfähigkeit von Porsche zu stärken.
Die Perspektive für 2026 bleibt dem Management zufolge schwierig. Zwar erwartet Porsche insgesamt wieder etwas bessere Geschäfte, doch rechnet die neue Führung um Unternehmenschef Michael Leiters weiterhin mit «sehr herausfordernden Marktbedingungen», insbesondere in China, wo das Luxussegment unter Druck stehe. Geopolitische Unsicherheiten und die Zollpolitik der USA dürften anhalten; mögliche Folgen der jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten seien noch nicht berücksichtigt.
Leiters kündigte eine interne Straffung an: Führungsstrukturen sollen verschlankt, Hierarchien abgebaut und Bürokratie reduziert werden. Zudem prüfe das Unternehmen eine Ausweitung des Produktportfolios. Für 2026 peilt Porsche einen Umsatz von rund 35 bis 36 Milliarden Euro an; die Konzernumsatzrendite soll zwischen 5,5 und 7,5 Prozent liegen — nach 1,1 Prozent im Jahr 2025. Leiters hatte zu Jahresbeginn die Nachfolge von Oliver Blume angetreten, der sich seitdem auf die Leitung der Konzernmutter Volkswagen konzentriert.
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