Bahnverkehr lahmgelegt
Störung im digitalen Funksystem sorgt für stundenlangen Stillstand

Leere Züge am Bahnhof Rosenheim in Bayern. | Foto: Uwe Lein/dpa
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Berlin (dpa/ak) – Eine bundesweite Störung hat den Zugverkehr der Deutschen Bahn am späten Dienstagabend für rund zwei Stunden zum Erliegen gebracht. Gegen 0.30 Uhr rollten die ersten Züge wieder an, doch bis in den frühen Morgen blieb der Betrieb nur eingeschränkt möglich. Nach Angaben eines Bahnsprechers wurde der Verkehr Schritt für Schritt hochgefahren, vielerorts aber mit deutlichen Verzögerungen.

Auslöser war eine Störung im digitalen Bahnfunksystem GSM‑R, das für die Kommunikation zwischen Zügen und Leitstellen unverzichtbar ist. Die Ursache wurde nach DB‑Angaben noch in der Nacht identifiziert, Details nannte der Konzern jedoch nicht. IT‑Teams hätten ohne Unterbrechung an der Entstörung gearbeitet, hieß es. Bahn‑Chefin Evelyn Palla erklärte gegenüber der *Bild*, die Lage sei über ein Notfallsystem stabilisiert worden.

Für Reisende bedeutete der Ausfall lange Wartezeiten und kaum verlässliche Informationen. An großen Bahnhöfen bildeten sich Schlangen vor den Servicepunkten, vielerorts saßen Menschen fest. Zwar gab es Taxi‑ und Hotelgutscheine, doch etwa in Frankfurt am Main waren nach Berichten von Betroffenen sämtliche Zimmer ausgebucht. Ein ICE Richtung Mannheim und Stuttgart verließ den Bahnhof nahezu leer, weil wartende Fahrgäste nicht informiert worden waren. Am Berliner Hauptbahnhof klagten Reisende über fehlende Auskünfte, lobten aber das Bemühen des Personals.

Die Folgen der Störung reichten bis in den Berufsverkehr. DB Regio Mitte warnte auf X vor hohen Folgeverspätungen und kurzfristigen Ausfällen mindestens bis 6 Uhr. Auch die Regionalseite der Bahn in Nordrhein‑Westfalen sprach von anhaltenden Einschränkungen. Betroffen waren nicht nur Fern‑ und Regionalzüge, sondern auch S‑Bahnen in Berlin und Stuttgart sowie Privatbahnen. Selbst der nächtliche Güterverkehr kam vollständig zum Stillstand.

Der Verband der privaten Güterbahnen forderte eine umfassende Aufarbeitung des Vorfalls. Eine reine Selbstauskunft der DB InfraGo, die das GSM‑R‑Netz betreibt, reiche nicht aus, sagte Geschäftsführer Peter Westenberger. Es brauche eine bessere Überwachung und Steuerung der Schieneninfrastruktur, um solche Ausfälle künftig zu verhindern.

Autor:

Arthur Kreklau aus Fürth

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