Pause im Persischen Golf
Trump stoppt Hormus-Mission für mögliche Einigung
- Das «Projekt Freiheit» von US-Präsident Trump soll zeitweise ausgesetzt werden.
- Foto: Jacquelyn Martin/AP/dpa
- hochgeladen von Arthur Kreklau
Washington/Teheran (dpa/ak) – Im Konflikt mit dem Iran setzt US-Präsident Donald Trump überraschend auf eine Phase der Zurückhaltung. Nur einen Tag nach dem Start des Einsatzes „Projekt Freiheit“, der die blockierte Straße von Hormus für die Schifffahrt sichern sollte, ordnete er eine vorübergehende Aussetzung an. Auf seiner Plattform Truth Social sprach Trump von „großen Fortschritten“ auf dem Weg zu einem umfassenden Abkommen mit Teheran. Während der Pause solle geprüft werden, ob ein Vertrag ausgehandelt und unterzeichnet werden könne.
Der Schritt kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die seit rund einem Monat geltende Waffenruhe unter Druck geraten war. Seit Wochen versuchen die USA, gemeinsam mit Israel, den Schiffsverkehr durch die für den globalen Energiehandel zentrale Meerenge wiederherzustellen. Noch am Dienstag hatten Verteidigungsminister Pete Hegseth und Außenminister Marco Rubio öffentlich für die neue Initiative geworben. Die Offensive „Gewaltiger Zorn“, mit der Washington und Jerusalem Ende Februar in den Krieg gegen den Iran eingestiegen waren, sei abgeschlossen, nun gelte die Aufmerksamkeit dem Schutz der Handelsrouten, sagte Rubio.
Trotz der Aussetzung bleibt die US-Blockade gegen Schiffe, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen, bestehen. Trump begründete die Entscheidung mit Bitten aus Pakistan und anderen Staaten sowie mit den militärischen Erfolgen der vergangenen Wochen. Pakistan vermittelt seit Mitte April zwischen beiden Seiten, bislang jedoch ohne greifbaren Durchbruch. Streitpunkt bleibt vor allem Irans Atomprogramm und der Umgang mit hochangereichertem Uran.
Währenddessen sucht Teheran Rückhalt bei Partnern. Außenminister Abbas Araghtschi traf in Peking seinen chinesischen Kollegen Wang Yi. Gleichzeitig verschärfte die iranische Führung ihren Kurs in der Straße von Hormus. Ein neues Genehmigungsverfahren soll den Transit kontrollieren: Reedereien sollen künftig per E-Mail Regeln erhalten und eine Erlaubnis der „Persian Gulf Strait Authority“ einholen. Laut staatlichen Medien ist der Mechanismus bereits aktiv. Die Revolutionsgarden warnten Schiffe davor, nicht genehmigte Routen zu nutzen.
Auch auf diplomatischer Ebene bleibt die Lage angespannt. Die USA und mehrere Golfstaaten – darunter Saudi-Arabien, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate – haben eine UN-Resolution entworfen, die den Iran auffordert, Angriffe in der Meerenge zu unterlassen und keine Mautgebühren zu erheben. Teheran weist Vorwürfe zurück, zuletzt Ziele in den Emiraten angegriffen zu haben, droht aber mit Konsequenzen, sollte von dort aus ein Angriff auf iranisches Gebiet erfolgen.
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