Anta plant Einstieg als größter Aktionär
Chinesischer Sportartikelriese greift nach PUMA

Die Anteile an Puma kommen von einer französischen Milliardärsfamilie. (Symbolbild) | Foto: Daniel Löb/dpa
  • Die Anteile an Puma kommen von einer französischen Milliardärsfamilie. (Symbolbild)
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HERZOGENAURACH (dpa/ak) – Der chinesische Sportkonzern Anta Sports setzt seinen Expansionskurs fort und will beim fränkischen Sportartikelhersteller Puma kräftig einsteigen. Nach Angaben der Muttergesellschaft, die unter anderem Jack Wolfskin kontrolliert, soll Anta einen Anteil von 29,06 Prozent an der Puma SE übernehmen. Eine entsprechende Vereinbarung wurde mit der französischen Groupe Artémis geschlossen, der Finanzholding der Familie Pinault. Bevor der Deal wirksam wird, müssen jedoch noch Behörden und Aktionäre zustimmen.

Die Gerüchte über einen möglichen Anteilsverkauf hatten sich seit Monaten verdichtet. Die Pinault-Familie, die ihren Anteil über Artémis hielt, soll schon länger über einen Ausstieg nachgedacht haben. Mit dem geplanten Kauf würde Anta zum größten Einzelaktionär der deutschen Traditionsmarke aufsteigen und strebt nach eigenen Angaben eine angemessene Vertretung im Aufsichtsrat an. Der Konzern erhofft sich durch den Einstieg eine stärkere Präsenz auf dem globalen Sportartikelmarkt.

Für Puma kommt die Entwicklung in einer Phase, in der das Unternehmen wieder Tritt fassen will. Der Konzern mit Sitz in Herzogenaurach hatte zuletzt Verluste verzeichnet und im Wettbewerb mit Adidas und Nike an Boden verloren. Unter dem neuen Vorstandschef Arthur Hoeld wurden ein Stellenabbau von 900 Arbeitsplätzen bis Jahresende und eine deutliche Straffung des Produktportfolios angekündigt.

Anta selbst verfolgt seit Jahren eine ambitionierte Wachstumsstrategie. Erst im vergangenen April übernahm der Konzern den deutschen Outdoor-Spezialisten Jack Wolfskin, nachdem dessen früherer Eigentümer Topgolf Callaway die Marke weitergereicht hatte.

Der nun geplante Anteilskauf hat ein klares Preisschild: Rund 1,5 Milliarden Euro will Anta investieren. Laut Börsenmitteilung sollen etwa 43 Millionen Puma-Aktien zu einem Preis von jeweils 35 Euro den Besitzer wechseln. Der Abschluss der Transaktion ist bis Ende des Jahres vorgesehen.

Anta-Geschäftsführer Ding Shizhong sprach von einem wichtigen Schritt für die internationale Ausrichtung des Unternehmens. Mit dem Einstieg bei Puma wolle man das nächste Kapitel des globalen Wachstums aufschlagen – in Europa ebenso wie auf dem chinesischen Heimatmarkt.

Autor:

Arthur Kreklau aus Fürth

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