Ehrung für kommunalpolitisches Engagement
Kreisräte mit Verspätung verabschiedet

Landrat Matthias Dießl bedankt sich bei den Mitgliedern des Gremiums und blickt auf die zurückliegende Wahlperiode.
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  • Landrat Matthias Dießl bedankt sich bei den Mitgliedern des Gremiums und blickt auf die zurückliegende Wahlperiode.
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LANDKREIS FÜRTH (pm/ak) - Landrat Matthias Dießl hat fünf Monate später als geplant, die Kreisräte verabschiedet, die in der neuen Wahlperiode nicht mehr in dem Gremium vertreten sind. “Wir leben seit einigen Monaten in besonders herausfordernden Zeiten”, sagte der Landrat mit Blick auf die Pandemie-Situation.

”Es war mir eine Herzensangelegenheit, dass wir diese Veranstaltung in jedem Fall nachholen, eine ordentliche Verabschiedung machen”, so der Landrat weiter. “Schließlich soll Ihr kommunalpolitisches Engagement - das keineswegs selbstverständlich ist - auch gebührend gewürdigt werden.”

Damit die Hygieneregeln trotz der größeren Personenzahl eingehalten werden konnte, fand die Verabschiedung in der St. Laurentius Kirche in Roßtal statt. Die Dekane Almut Held und André Hermany zelebrierten zu Beginn eine Andacht. Für beide war es eine Premiere: Erstmals predigten sie Seite an Seite. Held und Hermany hatten den bekannten Psalm 23 ausgewählt, in dem es heißt: “Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.”

In seiner Rede blickte der Landrat auf die vergangene Wahlperiode 2014 bis 2020 zurück. Die konstituierende Sitzung fand am 5. Mai statt. Sie begann um 15 Uhr und endete laut Protokoll um 18.20 Uhr. Die Kreistagswahl wurde dann aber für ungültig erklärt und musste noch einmal wiederholt werden. “Das Ergebnis war, dass es für mich als Landrat danach sehr einsame Monate waren, denn es fanden keine Sitzungen statt, einige Entscheidungen musste ich alleine treffen”, so Matthias Dießl.Nach der Neuwahl konnte erneut eine konstituierende Sitzung des Kreistags am 15. Dezember 2014 stattfinden und alle Gremien waren damit wieder eingesetzt und konnten ihre Arbeit aufnehmen. “Die Monate ohne diese Gremienarbeit haben mir sehr deutlich gemacht, wie wichtig die Kommunalparlamente sind. Ich bin ein Mensch, der gerne gemeinsam Zukunft gestaltet und nicht alleine. Denn der erfolgreiche Weg des Landkreises Fürth seit vielen Jahren war immer ein gemeinsamer Weg”, betonte der Landrat.

Matthias Dießl erinnerte an die Flüchtlingskrise, die ab 2014 viele Entscheidungen und schnelles Handeln erforderte. Trotz der schwierigen Umstände zu Beginn der Periode 2014-2020 sei es gemeinsam aber gelungen, in sechs Jahren eine Menge auf den Weg zu bringen, den Landkreis Fürth weiter zu entwickeln. Der Landrat unterstrich dabei in Richtung der ehemaligen Kreisräte: “Sie alle gehörten einem Kreistag an, der eine Situation vorgefunden hat, die es vermutlich zumindest mittelfristig so schnell nicht wieder geben wird. Die Steuereinnahmen sprudelten in diesen sechs Jahren, von Jahr zu Jahr verbesserte sich die Finanzsituation. Es fiel daher nicht schwer, große wie kleine Investitionen zu beschließen.” Der aktuelle Kreistag werde eine solche Situation nicht mehr haben - Corona werde Spuren hinterlassen. “Wir werden sehr viel mehr und genauer überlegen müssen, was wir uns noch leisten wollen und vor allem leisten können.”

Insgesamt gab es in der zurückliegenden Amtsperiode 183 Sitzungen Die kürzeste Sitzung war ein Bauausschuss, der nur vier Minuten dauerte. Die längste Sitzung war ebenfalls ein Bauausschuss, der drei Stunden und 55 Minuten ging.Matthias Dießl nannte eine lange Liste mit Projekten, die 2014 bis 2020 umgesetzt wurden - darunter das Integrationskonzept, die umfangreiche Tarifreform beim ÖPNV, die Generalsanierung am Gymnasium Oberasbach, die Planungen für den Anbau an das Landratsamt in Zirndorf.

Die Bandbreite der Personen, die aus dem Kreistag verabschiedet wurden ist durchaus groß. Gerd Schwämmlein war seit Juli 2019 als Nachfolger für Heidi Deffner im Kreistag. Katharina Sieber rückte sowohl in der Amtsperiode 2008 - 2014, als auch 2014 - 2020 jeweils ins Gremium nach und gehörte dem Gremium insgesamt fast 5 Jahre lang an.
Viele waren nur eine Periode, also sechs Jahre, mit dabei wie Florian Hechtel, Marion Betzler, Silvia Bischoff, Hans-Peter Krippner, Klaus Heckel, Britt Inci, Jörg Lehnberger, Bernd Löschner, Sylke Otto, Klaus Roscher, Georg Ruf, Stefan Spano und Elke Zahl.

Etliche können auf 12 Jahre zurückblicken wie Andrea Barz, Birgit Höfling, Günther Keller, Marianne Schwämmlein, Stefan Tiefel und Johann Völkl, der ab 1. Mai 2008 zudem 1. Bürgermeister von Roßtal war.

18 Jahre im Kreistag war Peter Greller. Er war unter anderem Stellvertretender Verbandsrat für die Verbandsversammlung Zweckverband FOS/BOS. Auch Dagmar Guggenberger wurde vor 18 Jahren in den Kreistag gewählt und ist im neuen Kreistag nicht mehr vertreten. Sie war zwölf Jahre lang Vorsitzende des Rechnungsprüfungsausschusses und engagierte sich unter anderem auch als Verbandsrätin im Verbandsversammlung des Zweckverbands Sparkasse Fürth. Nach 18 Jahren verabschiedete der Landrat zudem Karl-Heinz-Hühnermann, der auch stellvertretender Bürgermeister von Cadolzburg war. Er brachte sich zudem als Verbandsrat für die Verbandsversammlung Zweckverband FOS/BOS ein. Wolfgang Kistner war 18 Jahre lang Kreisrat und 18 Jahre 1. Bürgermeister von Puschendorf. Er war unter anderem Verbandsrat im Zweckverband Sparkasse. Friedrich Wagner kannn ebenso auf 18 Jahre als Kreisrat zurückblicken.

Durchgehend 24 Jahre lang im Kreistag hatte der ehemalige Bürgermeister von Wilhermsdorf Harry Scheuenstuhl einen Sitz. Von Oktober 2011 bis Dezember 2018 war er Fraktionsvorsitzender der SPD.

Zwei Kommunalpolitiker gehörten dem Gremium sogar 30 Jahre lang an. “Vor 30 Jahren war ich selbst noch ein Kind und noch weit davon entfernt, Kreispolitik zu machen”, meinte der Landrat. Peter Lerch war drei Jahrzehnte in dem Gremium vertreten. Er war für eine kurze Zeit Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion in der Amtsperiode 1996-2002. Er war außerdem unter anderem Verbandsrat für die Verbandsversammlung Zweckverband FOS/BOS, Stellvertretendes Mitglied des Rechnungsprüfungsausschusses des Zweckverbands FOS/BOS und Verbandsrat für die Verbandsversammlung des Zweckverbands Sparkasse Fürth.Auch Maximilian Gaul wurde im Mai 1990 in den Kreistag gewählt. Er war Fraktionsvorsitzender von Mai 2008 bis Januar 2019. Er gehörte dem Steuerungskreis Regionalmanagement von Januar 2011 bis Januar 2019 an. Er war Vorsitzender des Runden Tisch Familie - 27 Jahre lang ab dem Jahr 1993 und hat damit die Jugendarbeit im Landkreis Fürth entscheidend mitgestaltet. Er war zudem Verbandsrat in der Verbandsversammlung des Zweckverbands Sparkasse Fürth und Ordentliches Mitglied im Verwaltungsrat der Sparkasse Fürth und vieles mehr.

Zum Abschluss der Veranstaltung sagte der Landrat: “Basis für eine erfolgreiche Kreispolitik sind kompetente und engagierte Kreistagsmitglieder, wie Sie alle es waren. Sie alle haben Ihr Augenmerk darauf gerichtet, dass sich unser Landkreis, unsere Heimat, gut und familienfreundlich entwickelt. Davon haben alle Menschen in unserem Kreis profitiert, sei es durch eine bürgerfreundliche Verwaltung, gut getaktete Busverbindungen, moderne Schulen und einer niedrigen Verschuldung des Kreises.”

Autor:

Arthur Kreklau aus Fürth

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