Am Sonntag steigt im Max-Morlock Stadion das 267. Frankenderby
Franken-Kracher: 1. FC Nürnberg mit "Extra-Kick" gegen Fürth

Der letzte Derby-Sieg im May-Morlock Stadion ging an die Gäste aus Fürth.
  • Der letzte Derby-Sieg im May-Morlock Stadion ging an die Gäste aus Fürth.
  • Foto: Alexander Hassenstein/getty/Pool/dpa
  • hochgeladen von Arthur Kreklau

NÜRNBERG/FÜRTH (dpa/lby) - Der Franken-Kracher sorgt wieder für ganz besondere Gefühle in der Region. Schon zum 267. Mal treffen der 1. FC Nürnberg und die SpVgg Greuther Fürth im ältesten deutschen Derby aufeinander. "Das sind die Spiele, die Spaß machen. Und wenn es ein emotionales Derby mit viel Tradition ist, gibt es dem Ganzen noch den Extra-Kick", sagte Derby-Novize und Club-Trainer Robert Klauß. "Ich lasse mich da gerade so reinsaugen." 

Das Duell am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) ist diesmal das Duell zwischen Ober- und Mittelschicht der 2. Fußball-Bundesliga. Die am vergangenen Spieltag auf Rang zwei vorgerückte Spielvereinigung aus Fürth will nach vier Siegen nacheinander ihre starke Serie fortsetzen. Die nach dem 4:1-Befreiungsschlag beim VfL Osnabrück auf Rang zehn verbesserten Nürnberger möchten wieder regelmäßig Fußball-Glücksgefühle erleben.

"Es ist schon ein besonderes Spiel"

"Ich bin der Meinung, dass Fürth aktuell den besten Fußball in der Liga spielt", sagte Klauß am Freitag. "Wir haben aber gezeigt, dass wir auch Waffen haben." Die Lust ist auf beiden Seiten immens. "Wir wollen alles mobilisieren und reinhauen, um ein gutes Spiel zu zeigen", kündigte Fürths Trainer Stefan Leitl vor dem prickelnden Kräftemessen am neunten Spieltag an. Als ehemaliger Club-Profi weiß er um die Bedeutung. "Es ist schon ein besonderes Spiel", versicherte Leitl. "Zum einen ist es das älteste Derby in Deutschland, zum anderen ist es ein Spiel, das die komplette Region in den Bann zieht und elektrisiert."

Wichtiges Spiel für Verein und Stadt

Das hat sein Gegenüber Klauß noch nicht erlebt, als früherer Jugendtrainer bei RB Leipzig fehlt ihm diese Art der Fußball-Historie in der Vita. "Ich lasse mir nicht jeden Tag eine andere Anekdote erzählen. Es geht eher darum, das Gefühl zu entwickeln: Was bedeutet dieses Spiel für diesen Verein und diese Stadt", sagte der 35-Jährige. "Ich glaube, das Gefühl habe ich schon gut entwickelt." Die Spieler lässt das Nachbarschaftsduell ebenfalls nicht kalt. "Es ist ein besonderes Gefühl und eine besondere Anspannung, die da herrscht", befand Nürnbergs Stürmer Manuel Schäffler, der in Osnabrück gleich zweimal erfolgreich war.

Fans werden stark vermisst

Auf Zuspruch von den Rängen müssen die Rivalen in Corona-Zeiten aber verzichten. "Die Fans allgemein fehlen uns brutal", sagte Schäffler. Die saisonübergreifend seit elf Spielen in der Fremde ungeschlagenen Kleeblatt-Kicker sieht der Angreifer extrem gestärkt. "Wir wissen, dass Fürth das Momentum auf seiner Seite hat, wir wollen aber dagegenhalten." Trotz leerer Ränge und fehlender Emotionen von den Rängen muss der FCN einen "kühlen Kopf bewahren". Für die Fürther kann am Sonntag aber eigentlich nichts schief gehen - zumindest beim Blick auf die Statistik ihres Trainers. Leitl hat in insgesamt drei Partien als Coach weder mit dem FC Ingolstadt noch mit seiner aktuellen Mannschaft gegen den Club verloren.

Autor:

Arthur Kreklau aus Fürth

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