Junger Bartgeier im Tiergarten Nürnberg

Die Auszucht von Bartgeiern im Nürnberger Tiergarten dient dem Arterhalt dieser bis vor wenigen Jahrzehnten nahezu ausgerotteten Vogelart.
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  • Die Auszucht von Bartgeiern im Nürnberger Tiergarten dient dem Arterhalt dieser bis vor wenigen Jahrzehnten nahezu ausgerotteten Vogelart.
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NÜRNBERG (pm/vs) - Im Tiergarten der Stadt Nürnberg wächst wieder ein junger Bartgeier heran.

Am 21. März 2015 ist – für diese Vogelart relativ spät – der diesjährige Nachwuchs geschlüpft. Diese Geier waren im Alpenraum schon zu Beginn des vorigen Jahrhunderts ausgerottet worden (Deutschland 1855, Österreich 1906, Schweiz 1885). In Frankreich und Spanien überlebte nur ein kleiner Restbestand (Pyrenäen und auf Korsika). Auch auf dem Balkan verschwand der Bartgeier in Rumänien (1940), Bulgarien (1955), Kroatien (1956), Bosnien-Herzegowina (1893) und in Mazedonien (1986). Nur noch in Griechenland leben wenige Paare. Bartgeier werden bis zu 115 cm groß, erreichen ein Gewicht bis sieben Kilogramm und zählen mit einer Flügelspannweite bis 2,85 Meter zu den größten flugfähigen Vögeln.
Dank der Zuchterfolge in Zoos und speziellen Zuchtzentren ist es jedoch gelungen, einen stabilen Bestand aufzubauen. Ab 1986 konnten dann Jungvögel wieder in geeigneten Lebensräumen erfolgreich angesiedelt werden, nachdem vorherige Translokationsversuche gescheitert waren. 1997 gab es wieder den ersten Nachwuchs in den Alpen. Seit 2006 ist der Bestand im Alpenraum stabil und wächst, wohingegen der Bestand in Südspanien und Südfrankreich erst noch weiter aufgebaut werden muss. Als zukünftiger Schritt kann dann die Wiederbesiedelung in den Gebirgen des Balkans folgen, wenn die Bedrohungsursachen (Giftköder für Füchse oder Wölfe, Wilderei und falscher Einsatz von Medikamenten wie Diclofenac in der Tierhaltung) beseitigt sind.
Bartgeier sind spezialisierte Knochenfresser, die bis zu ellenlange Knochen im Ganzen verschlucken können. Will der Vogel speziell an das Knochenmark gelangen, tragen sie große Knochen fliegend in die Höhe und lassen sie auf Felsen fallen, wo sie in fressbare Stücke zerfallen. Während der diesjährige Nachwuchs im Zuchtnetzwerk verbleibt und voraussichtlich nach Córdoba gebracht wird, fliegt der Jungvogel von 2013 nach wie vor sehr standorttreu in der Sierra Cazorla in Südspanien, wo dieses Jahr der erste Nachwuchs seit über 30 Jahren aufwächst.

Autor:

Redaktion MarktSpiegel aus Nürnberg

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