CSU-Doppelsieg in Nürnberg und Erlangen
Knapp, überraschend, deutlich: Ergebnisse der Stichwahlen in Bayern
- Marcus König (CSU) bleibt nach der Stichwahl Nürnbergs Oberbürgermeister. Auf dem Bild: Wahlsieg-Kuss mit Ehefrau Anke.
- Foto: Jürgen Friedrich
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München (dpa/lby/nf) - Die Stichwahl um Landratsämter und Rathäuser in Bayern hat Kantersiege, Überraschungen und Herzschlagfinale hervorgebracht. Mal kam die Entscheidung erst auf der zweiten Nachkommastelle, mal bekam der Sieger fast viermal so viele Stimmen wie sein Herausforderer, wie ein Blick in Daten des Landeswahlleiters verrät. Ein Überblick:
In der Landeshauptstadt München regiert künftig ein grüner Oberbürgermeister. In Regensburg holt ein SPD-Kandidat einen schier aussichtslos erscheinenden Rückstand auf. Die Freien Wähler verdoppeln die Zahl ihrer Landräte, die CSU schaut häufiger als gedacht in die Röhre. Und der Amtsbonus scheint deutlich seltener eine Rolle zu spielen als früher.
Marcus König bleibt Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg: In der Stichwahl kam der CSU-Politiker auf 55,5 Prozent der Stimmen und setzte sich gegen seinen Herausforderer Nasser Ahmed von der SPD durch. Es ist das erste Mal in der Geschichte der Stadt, dass ein CSU-Oberbürgermeister wiedergewählt wird. Die Wahlbeteiligung lag laut dem vorläufigen Ergebnis bei 41,1 Prozent. König hatte bereits im ersten Wahlgang rund 46 Prozent der Stimmen erhalten und war mit einer klaren Führung von fast 20 Prozentpunkten gegenüber Ahmed als haushoher Favorit in die Stichwahl gegangen.
Wechsel in Erlangen: Jörg Volleth wurde bei der Stichwahl zum Oberbürgermeister der Hugenottenstadt gewählt. Der Gemeindewahlleiter Martin Holzinger gab am Sonntagabend das vorläufige Ergebnis der Oberbürgermeister-Stichwahl bekannt. Für Jörg Volleth (CSU) votierten 51,4 % (23.486) der Wähler, 48,6 % (22.223) gaben Florian Janik (SPD) ihre Stimme. Die Wahlbeteiligung lag bei 56,0 %. Von insgesamt 82.061 Wahlberechtigten machten 45.937 Bürgerinnen und Bürger von ihrem Wahlrecht Gebrauch.
«Irre» sei das und «Wahnsinn», sagt Krause, als er bei der Wahlparty der Grünen zu Sprechchören und dem Wiesn-Kracher «Bella Napoli» auf die Bühne tritt. Er spricht von einem historischen Tag, einer Sensation und bedankt sich «für das gigantische Vertrauen», das die Münchner ihm entgegenbringen. Er wolle «ein weltoffenes und buntes München erhalten» und: «Die Münchnerinnen und Münchner haben gezeigt, sie haben genau darauf Bock». Das sei die eigentliche Sensation an diesem Abend. Vor der Wahl um das Münchner Rathaus haben dem Grünen-Kandidaten Dominik Krause viele nur wenige Chancen eingeräumt - jetzt hat er Geschichte geschrieben.
Das Forchheimer Rathaus geht an die CSU: In der Stichwahl unterliegt der bisherige SPD-Oberbürgermeister. Die SPD hat den Oberbürgermeister-Posten im oberfränkischen Forchheim verloren. CSU-Herausforderin Martina Hebendanz siegte in der Stichwahl und erreichte 54,9 Prozent der gültigen Stimmen. Sie übernimmt das Amt damit vom bisherigen SPD-Oberbürgermeister Uwe Kirschstein, der 45,1 Prozent bekam. Laut dem vorläufigen Ergebnis lag die Wahlbeteiligung bei 55,3 Prozent.
Den höchsten Sieg fuhr der neue Landrat von Rottal-Inn ein. Martin Koppmann (Freie Wähler) besiegte den Amtsinhaber Michael Fahmüller von der CSU mit 79 zu 21 Prozent - ein überraschend deutliches Ergebnis, wenn man bedenkt, dass zuvor eine Stichwahl nötig geworden war. Mit 78,4 zu 21,6 Prozent fegte der neue Landrat von Ansbach, Marco Meier (ebenfalls Freie Wähler), den Amtsinhaber Jürgen Ludwig von der CSU fast ebenso deutlich aus dem Amt.
Insgesamt gingen die fünf höchsten Siege an Freie Wähler und eine parteifreie Wählervereinigung, die fünf höchsten Niederlagen an die CSU - einmal davon im Bündnis mit der Jungen Union und viermal mit weniger als einem Viertel der Stimmen.
Herzschlagentscheidungen
Insgesamt gingen fünf Stichwahlen mit weniger als einem Prozentpunkt Vorsprung aus: Die Bürgermeisterwahl in Kelheim, die Landratswahl in Neumarkt in der Oberpfalz, die Bürgermeisterwahl in Hilpoltstein und die Oberbürgermeisterwahl in Germering. Zweimal gewannen dabei Freie Wähler, einmal eine Kandidatin der SPD und einmal einer von Grünen und SPD. Verlierer waren dreimal die Kandidaten der CSU, einmal eine Kandidatin der Freien Wähler.
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