Warnung aus der Wirtschaft
Verschärfung des Fachkräftemangels befürchtet

Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

BERLIN (dpa/mue) - Die deutsche Wirtschaft hat vor einer massiven Verschärfung des Fachkräftemangels in den kommenden Jahren gewarnt.

«Der Höhepunkt des Fachkräftemangels kommt erst noch», so DIHK-Präsident Peter Adrian gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. 
Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger sagte: «Der Fachkräftemangel bleibt ein Topthema für die deutsche Wirtschaft und für unsere Wettbewerbsfähigkeit in den kommenden Jahren. Wir brauchen qualifizierte Zuwanderung.» Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer: «Nur mit beruflich qualifizierten Fachkräften des Handwerks sind die Klimaschutzziele, die Energieeffizienzziele, die E-Mobilität, der Ausbau der Ladesäulen und der Infrastruktur möglich.»

Der Digitalverband Bitkom berichtete, die IT-Fachkräftelücke werde größer.
 Wollseifer sagte, im Handwerk seien bereits im Moment fast 2,5 Millionen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Bereichen Klima- und Umweltschutz, Energieeffizienz und Energieversorgung, energetische Gebäudesanierung, dem Ausbau Erneuerbarer Energien und E-Mobilität tätig. «Doch für all diese Aufgaben reicht das nicht, das ist zu wenig.»
 Allein im Handwerk blieben jedes Jahr um die 18.000 Ausbildungsplätze unbesetzt; es fehlten Bewerberinnen und Bewerber, nicht die Plätze. «Es hätte in den vergangenen zehn Jahren die Möglichkeit gegeben, rund 200.000 junge Leute mehr zu Fachkräften zu machen, wenn auf allen Ausbildungsplätzen, die unsere Betriebe angeboten haben, auch tatsächlich Jugendliche eine Ausbildung gemacht hätten.» Vor der Pandemie habe der Fachkräftebedarf im Handwerk nach Schätzungen bei mindestens einer Viertelmillion gelegen.
 Der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks sprach sich für eine Fachkräfteinitiative aus: «Wir müssen alles daran setzen, so rasch wie möglich tatsächlich die Wende hinzubekommen zu mehr Wertschätzung der beruflichen Ausbildung, aber auch ganz konkret hin zu mehr jungen Menschen, die sich für den beruflichen Ausbildungsweg entscheiden. Diese Wende muss schon deshalb ganz schnell gelingen, damit wir nicht in eine Situation geraten, in der Bürgerinnen und Bürger nicht mehr ausreichend mit handwerklichen Dienstleistungen und Produkten versorgt werden können.» Der entscheidende Hebel, um die Fachkräftelücke zu schließen, bleibt es, in Deutschland mehr junge Menschen zu qualifizierten Fachkräften auszubilden. Deshalb gehöre die berufliche Bildung als höchste Priorität in den Fokus politischen Handelns. «Wir brauchen einen Bewusstseinswandel in diese Richtung», der müsse im Jahr 2022 kommen. «Sonst läuft das Ganze aus dem Ruder.»

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Redaktion MarktSpiegel aus Nürnberg

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