Neue Zahlen und Daten zum Verkehr in Bayern
Wie sieht unsere Mobilität von morgen aus?

Wer einen längeren Arbeitsweg hat oder auf dem Land wohnt, ist mangels geeigneter Alternativen auf das Auto angewiesen.
  • Wer einen längeren Arbeitsweg hat oder auf dem Land wohnt, ist mangels geeigneter Alternativen auf das Auto angewiesen.
  • Foto: © Kara/stock.adobe.com
  • hochgeladen von Nicole Fuchsbauer

REGION (pm/nf) - Ein typischer Tag in Bayern: 86 Prozent der Bevölkerung sind unterwegs. Auf durchschnittlich 3,2 Wegen legen sie 40 Kilometer in 78 Minuten zurück – 59 Prozent davon mit dem Auto, gut 30 Prozent zu Fuß oder mit dem Fahrrad und 10 Prozent mit dem ÖPNV. Diese und weitere Ergebnisse liefert der Regionalbericht Bayern der Studie Mobilität in Deutschland (MiD), der nun in voller Länge veröffentlicht wurde.

Für Bayerns Verkehrsminister Dr. Hans Reichhart ist das ein gewaltiger Datenschatz: „Wer die Mobilität von morgen gestalten will, braucht Informationen über den Verkehr von heute. Deshalb ist die Studie für uns von enormer Bedeutung. Sie zeigt, wo wir bereits die richtigen Weichen gestellt haben und wo noch Potential vorhanden ist. Unser Ziel: die verschiedenen Verkehrsmittel gleichberechtigt fördern und miteinander vernetzen.“

Zwischen den verschiedenen Regierungsbezirken zeigt die Studie teilweise große Unterschiede auf. Reichhart will deshalb für jede Region einen eigenen maßgeschneiderten Anzug anbieten: „Mobilitätskonzepte gibt es nicht von der Stange. Bayern ist ein Flächenstaat, deshalb sind auch die Rahmenbedingungen überall anders. Wir unterstützen die Kommunen dabei, auf ihre jeweilige Region zugeschnittene Lösungen zu erarbeiten. In den Metropolregionen setzen wir auf den Ausbau von S-Bahn, U-Bahn und Tram – auf dem Land hingegen können flexible Rufbusse eine sinnvolle Ergänzung des klassischen Linienverkehrs sein. Wichtig ist, über den Tellerrand hinauszublicken und über Landkreisgrenzen hinweg zu denken. Beispielsweise bei der Erweiterung von Verbünden oder der Einrichtung neuer landesbedeutsamer Buslinien.“

Großes Potential liegt laut Reichhart außerdem in der Kombination verschiedener Verkehrsmittel, also beispielsweise von Auto, Fahrrad und ÖPNV. Eine solche Kombination macht bisher nur ein Prozent der Wege aus. Genau hier will Reichhart ansetzen: „Hier setzen wir mit unseren Förderprogrammen Akzente. Es ist doch praktisch, erst mit dem Rad zum Bahnhof und dann mit dem Zug weiterzufahren – vorbei an Stau und Parkplatzproblemen. Um diese Option für die Menschen attraktiver zu machen, fördern wir Park & Ride- und Bike & Ride-Anlagen in bayerischen Kommunen mit rund 5,5 Millionen Euro pro Jahr.“

Die Hauptalternative zum öffentlichen Verkehr ist vor allem in ländlichen Regionen meist das Auto. Etwa die Hälfte der Bevölkerung ab 18 Jahren fährt täglich oder fast täglich selbst mit dem Auto oder bei jemand anderem mit. Reichhart: „Diese große Gruppe lassen wir natürlich nicht außer Acht. Wir investieren deshalb viel, um unsere Staatsstraßen in einem guten Zustand zu halten – 2019 mehr als 340 Millionen Euro.“

Die MiD ist die größte Mobilitätsstudie Deutschlands und bereits in den Jahren 2002 und 2008 erschienen. Für die aktuelle Studie hat ein Forscherteam des Instituts für angewandte Sozialwissenschaft GmbH (infas) in der Zeit von Mai 2016 bis September 2017 Daten erhoben. Im Freistaat Bayern haben sich insgesamt 103.972 Personen aus 49.229 Haushalten beteiligt. Differenziert nach Regierungsbezirken, kreisfreien Städten und Landkreisen gibt der Regionalbericht Bayern nun Aufschluss darüber, warum sich die Menschen in Bayern bewegen, wie lange und womit.

https://www.stmb.bayern.de/vum/handlungsfelder/verkehrsinfrastruktur/mobilitaet_in_deutschland/index.php

Autor:

Nicole Fuchsbauer aus Nürnberg

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